Eine Bereicherung für Stadt und Umland

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Das Außenbecken mit dem Strudel entstand im Zuge der Generalsanierung und Erweiterung des Kitzinger Sole-Hallenbades von 2007 bis 2009. Über 11 Millionen Euro wurden dafür investiert ...
Foto: Julia Volkamer
Über die Einweihung des Sole-Hallenbades am 11. März 1977 wurde natürlich groß in der Zeitung berichtet. 7,1 Millionen Mark hatte die Stadt für die neue Einrichtung investiert.
Foto: D. Röllinger
Von 2007 bis 2009 war das Kitzinger Sole Hallenbad eine Großbaustelle. Es wurde generalsaniert und erweitert, unter anderem um eine große Saunalandschaft.
Foto: Diana Fuchs

Vor 40 Jahren wurde das Kitzinger Hallenbad eröffnet. Es blieb über all die Jahre ein Besuchermagnet

Innerlich hat es ihn wahrscheinlich geschüttelt. Überliefert ist nur das Foto: Ein Mann im Anzug, in der Hocke, auf gekacheltem Boden, leckt gerade den Zeigefinger seiner rechten Hand ab. Es war der Abgeordnete Rudolf Müller, der anlässlich der Eröffnung des Kitzinger Hallenbades das Sole-Wasser kostete. 40 Jahre ist das jetzt her. Zeit für einen Rückblick.

Den Freizeitwert Kitzingens erhöhen und eine Bereicherung für die Stadt und das Umland schaffen: Diese zwei Ziele hatte sich die Stadt Kitzingen gesetzt, als der Stadtrat Anfang der 1970er Jahre beschloss, ein Hallenbad zu bauen. 1972 wurde der erste Bauentwurf vorgelegt. Im September 1973 wurden die Baupläne genehmigt, im Juni 1974 der erste Auftrag vergeben. Ein Jahr später, im Juli 1975, erfolgte der erste Spatenstich. In dem Jahr also, in dem das Iphöfer Hallenbad in Betrieb ging, die Bäder in Dettelbach und Volkach gab es da bereits.

Acht Standorte im Gespräch

Dass das neue Bad direkt neben der B 8 entstehen würde, war nicht von Anfang an klar. In den allerersten Überlegungen, schon im Jahr 1964, war nur an eine Kleinschwimmhalle in Verlängerung des Volksbades gedacht worden. Später standen dann acht Standorte für ein Hallenbad zur Debatte: Das Jugendhaus, die Liegewiese auf der Mondseeinsel, das Schulzentrum Mühlberg, das Sportgelände Mühlberg, der Garten des Kapuzinerklosters, der Sickergrund, ein Grundstück am Hammerstiel oder die Fläche gegenüber des E-Centers. Die verkehrsgünstige Lage an B 8 und St 2271 sowie die Nähe zum Freibad gaben schließlich den Ausschlag für den heutigen Standort.

7,1 Millionen Mark hat Kitzingen in den Bau des neuen Hallenbades investiert. Die Besonderheit: Das Wasser wird bis heute mit Natur-Sole aus eigener Quelle angereichert. Der Salzgehalt des Wassers im Hallenbad beträgt ein Prozent. Bevor die Schwimmer das Bad erobern konnten, fand am 11. März 1977 zunächst die feierliche Einweihung mit geladenen Gästen statt – die Gelegenheit, an der der Abgeordnete sich persönlich über den Geschmack des Sole-Wassers informierte. Am 12. März 1977 wurde das Bad für die Allgemeinheit eröffnet. Es kam gut an: Alleine in den neuneinhalb Monaten bis Ende 1977 wurden 85 092 Besucher gezählt.

Das zehnjährige Bestehen wurde groß gefeiert – drei Tage gab es im April 1987 ein großes Hallenbadfest mit viel Programm bei freiem Eintritt. Doch nur wenige Monate später, im August, musste das Hallenbad erstmals einer größeren Sanierung unterzogen werden. „Das Solewasser und der Zahn der Zeit nagen am Hallenbad“ titelte damals diese Zeitung, Rost fraß sich unter dem Nichtschwimmerbecken durch die Eisenarmierung. Auch in den folgenden Jahren wurde die Revision im Sommer für kleinere, oft aber auch größere Arbeiten genutzt: 1993 wurde eine neue Lüftungsanlage eingebaut, Kostenpunkt: 250 000 Mark. 1994 bekam das Bad ein Blockheizkraftwerk.

Dass sich etwas mit dem Bad tun muss, wurde ab 1998 deutlich: Ein Gutachten wies auf gravierende Schäden hin, und die weiteten sich aus. 2001 dachte der Stadtrat erstmals darüber nach, ob das Sole-Hallenbad in kleiner Lösung saniert oder in eine Badelandschaft umgebaut werden sollte. Die Debatte zog sich über Jahre hin. 2006 wurden die ersten Planungen für eine Generalsanierung und Erweiterung des Hallenbades um eine große Sauna-Landschaft vorgestellt. Die Kostenschätzung belief sich auf 9,5 Millionen Euro. Im gleichen Jahr fiel der Beschluss, dass das Bad ab 2008 eine externe Betriebsführung erhalten soll.

Der Betrieb im „alten“ Hallenbad endete am 20. Mai 2007 mit einer Stöpselparty, die Sanierung konnte beginnen – und die Suche nach einem neuen Namen. Dazu lobte die Stadt einen Wettbewerb aus. Über 400 Vorschläge gingen ein. Im Mai 2008 stand fest: Das neue Hallenbad soll „Aqua-Sole“ heißen.

Kosten: elf Millionen Euro

Dass die geplanten 9,5 Millionen Euro nicht reichen würden, stellte sich ziemlich schnell nach Beginn der Arbeiten heraus. Im Dezember 2007 war schon von über elf Millionen Euro die Rede. Ein Betrag, bei dem es dann aber auch blieb.

Projektleiter Jens Pauluhn, Bauleiter Bernd Seitler und die damalige Betriebsleiterin Birgit Grübler – das Bad war inzwischen unter externe Leitung gestellt worden – waren am 12. Januar 2009 die Ersten, die in das neue Becken sprangen. Mitte Februar gab es für einen Tag einen Probebetrieb, am 21. Februar 2009 wurden das Bad und die große Saunalandschaft dann offiziell eröffnet, nach 20 Monaten Bauzeit. Seitdem genießen Jahr für Jahr tausende von Besuchern die Einrichtung, die auch heute noch eine Bereicherung für Stadt und Umland ist. Laut Betriebsleiterin Verena Dambach besuchten in den letzten Jahren durchschnittlich 250 000 Gäste Freibad, Hallenbad und Sauna.