Von den rund 600 Ausstellern auf der Mainfrankenmesse kommen 22 aus dem Landkreis Kitzingen. Sie stecken jede Menge Arbeit in die zehn Tage.
Sie ist die größte Verkaufsschau in Mainfranken. Alle zwei Jahre zieht sie mehr als 100.000 Menschen an. Die Mainfrankenmesse ist am Samstag gestartet. 22 Aussteller kommen aus dem Landkreis Kitzingen. Sie haben ganz unterschiedliche Erwartungen.
Reinhard Riedel ist zum achten Mal auf der Messe präsent. Der Willanzheimer verfügt über jede Menge Erfahrung. Sieben Mitarbeiter hat seine Firma, die sich auf Tortechnik und Betriebseinrichtungen spezialisiert hat. Mindestens einer muss immer auf der Messe präsent sein.
„Die eigentliche Arbeit beginnt erst nach der Messe.“
Reinhard Riedel, Geschäftsmann aus Willanzheim
An den Wochenenden und Feiertagen sind es zwei. „Das ist schon sehr personalintensiv“, sagt er. „Eigentlich der Wahnsinn.“
Um 9.30 Uhr öffnen die Tore der Messe, um 18 Uhr schließen sie. Vorher wird auf-, im Anschluss abgebaut. Wie viele Kundengespräche er in dieser Zeit führt? Riedel zuckt mit den Schultern: „Schwer zu sagen.“ Ihm fällt allerdings auf, dass das Interesse seit Jahren eher rückläufig ist. Blieben früher etwa 100 ernsthafte Interessenten hängen, sind es jetzt um die 70. Von denen werden erfahrungsgemäß etwa die Hälfte tatsächlich Verträge abschließen. „Die eigentliche Arbeit beginnt erst nach der Messe“, sagt der Geschäftsmann. Dann gilt es, die Kontakte in konkrete Verträge umzuwandeln.
Im Freigelände, vor der Halle 21, hat Riedel seinen Stand aufgebaut, gleich daneben ist die Holzwerk-Haidt GmbH zu finden. Zum dritten Mal, wie Ralph Vasicek verrät. Bei der Frage, ob sich der Aufwand lohnt, bleibt er vage: „Teils, teils.“ Ein Werbeeffekt sei zweifellos da, immer wieder kämen Messebesucher nach ein bis zwei Jahren auf ihn zu, um sich ernsthaft über Aufträge zu unterhalten. „Von 100.000 Besuchern sind 500 ernsthaft interessiert“, lautet seine Erfahrung. „Wenn wir irgendwann zehn Prozent als Kunden gewinnen, ist das okay.“
Als eher störend empfindet er einen Trend, den er nicht nur bei der Mainfrankenmesse ausgemacht hat: Messen hätten sich ganz allgemein immer mehr zu Konsumveranstaltungen gewandelt. Früher habe der Schwerpunkt tatsächlich auf den Firmen und ihren Produkten gelegen. Jetzt kämen viele Besucher vor allem zum Essen und Trinken oder wegen mancher Showeinlage. „Das nimmt uns Anbietern viele Interessenten weg.“
Vergleichsweise euphorisch bewerten Philipp Engist und Sascha Zorcec die ersten Tage auf der Mainfrankenmesse. Für ihr Marktbreiter Unternehmen „Natürlich Kalk UG“ ist es der erste große Auftritt auf einer Messe. Von „tollen Gesprächen“ berichtet Junior-Chef Engist. „Die Leute fragen gezielt nach“, sagt er und ist sicher: „Es werden sich auch viele nach der Messe bei uns melden.“ Die Marktbreiter Firma ist erst vor einem Jahr gegründet worden, hat sich auf die Anwendung von schadstofffreien Materialien und Naturbaustoffen auf dem Bau spezialisiert. Die Vorteile von Naturkalk, Lehm, von einer Hanf- oder Jutedämmung sind deshalb auch das Gesprächsthema am Stand. In die Präsentation haben sie jede Menge Arbeit gesteckt. „Die Vorbereitungen haben schon vor mehr als einem halben Jahr begonnen“, berichtet Philipp Engist. Broschüren und ein erster Messestand mussten entwickelt werden. Mit befreundeten Grafikdesignern und Messebauern haben sie zusammengearbeitet, die Texte selbst entworfen.