Einen Freudentag mitten in der Coronazeit gab es im November 2020: Christiane Pötzl und Claudia Djuren eröffneten den Wiesenbronner Krämerladen neu. Ob der Dorfladen nach anderthalb Jahren Schließung ein Erfolg werden würde? Die beiden Wiesenbronnerinnen konnten es nur hoffen und sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen. Mittlerweile haben sie Gewissheit – und die erste Auszeichnung bekommen. „Eindeutig Traum erfüllt!“, jubelt Claudia Djuren.

„Wir haben inzwischen Stammkunden, die auch von außerhalb aus den umliegenden Dörfern kommen, auch aus Wiesentheid oder Iphofen und sogar aus Kitzingen, obwohl es dort ausreichend Einkaufsmöglichkeiten gibt“, freut sich die 38-Jährige. „Die Kunden schätzen unsere familiäre Atmosphäre, einen netten Plausch und dass bei uns normalerweise keine Hektik herrscht.“

Wenn auch der eine oder andere Artikel etwas mehr kostet als bei den Einkaufsriesen: „Wir sind vor Ort, damit sind kurze Wege verbunden. Wir tragen dem regionalen Gedanken Rechnung – und Menschen, denen das wichtig ist, unterstützen deshalb uns.“ Mit der Metzgerei Bausewein sowie der Bäckerei Brönner und dem Gemüselieferanten Will aus Albertshofen sei man in Sachen regionaler Qualität sehr gut aufgestellt, „das wissen unsere Kunden zu schätzen“. Das Motto „Wir haben zwar nicht alles, aber alles, was man braucht“ teilt sich der Dorfladen mit seinem Dorfladenlieferanten „IGROS“.

Christiane Pötzl betont, dass sie und ihre Cousine Claudia Djuren stetig daran arbeiten, den Kundenwünschen noch mehr entgegenzukommen und auch mal etwas Neues umzusetzen. „Heute habe ich erst zu meiner Kollegin gesagt: 'Ich könnte mir keinen schönere Arbeitsplatz mehr vorstellen.' Unsere Aufgaben sind so abwechslungsreich und spannend zugleich“, schwärmt Djuren.

Sie habe es schon immer interessant gefunden, mit Kunden zu arbeiten. „Wir haben hier sehr viele unterschiedliche Charaktere. Das ist sehr bereichernd.“ Die Kunden hätten den „alten Krämerladen“ geliebt und liebten nun den neuen – obwohl sich dessen Konzept in einigen Punkten vom vorherigen unterscheidet, sagt Djuren. „Jeder bringt seine Leidenschaft so ein, wie er es für richtig hält. Wenn etwas von Herzen getan wird, spüren es die Kunden, und wenn das Arbeitsklima gut ist, ebenfalls. So kann die Kundschaft sich wohlfühlen.“ Was den Cousinen ganz besonders gefällt: „Unsere Ideen werden sehr gut angenommen.“ Zum Beispiel bieten Claudia Djuren und Christiane Pötzl einen Picknickrucksack an – ein „Säggla fürn Buggl“ – und auch ihre Lunch-Tüten finden guten Anklang, in der Coronazeit gern auch bei Veranstaltungen, Seminaren und Ähnlichem.

Übrigens: Noch immer kann jeder, der möchte und mindestens 200 Euro übrig hat, sich am Krämerladen beteiligen und Anteile daran zeichnen. 140 Menschen haben das bisher schon gemacht. „Immer wieder müssen welche von den 26 Jahre alten Gerätschaften ersetzt werden, da ist ein kleines Polster im Rücken nie verkehrt“, lädt Claudia Djuren zur weiteren Beteiligung ein.

„Anfassbar gut“

Seit kurzem darf sich der Krämerladen Wiesenbronn ganz offiziell mit dem Titel schmücken: „Anfassbar gut“. Unter diesem Motto steht ein Wettbewerb des Handelsverbands Deutschland (HDE) mit dem Finanzdienstleister und Versicherer Signal Iduna.

Die Initiative zur Stärkung des lokalen Handels soll Endkunden die Vorteile heimatnaher Einkaufsmöglichkeiten ins Bewusstsein rufen. „Wir haben an dem deutschlandweiten Wettbewerb teilgenommen und wurden von einer fünfköpfigen Jury und unserer Fan-Gemeinschaft auf Facebook und Instagram zum 'Anfassbar gut'-Laden des Monats Juli gewählt“, freuen sich Djuren und Pötzl. Die Übergabe der Auszeichnung wollen die beiden am 20. August mit ihren Kunden gebührend feiern.

„All unsere Lieferanten waren sofort Feuer und Flamme. Sie unterstützen uns bei der Ausrichtung eines kleinen, Corona-konformen Festes.“ Dabei wollen die Wiesenbronner auch all jene nicht vergessen, denes es derzeit nicht so gut geht: „Wir haben uns dazu entschlossen, die kompletten Einnahmen des Festes über die 'Aktion Deutschland hilft' an die Flutopfer zu spenden.“

Corona-konformes Festprogramm: Am Freitag, 20. August, gibt es ab 12 Uhr vor dem Krämerladen Bratwürste „to go“. Ein Glücksrad dreht sich – Hauptpreis ist ein von allen BVB-Spielern signiertes Fußball-Trikot, zudem wird eine Fährfahrt vom Festland auf die Nordseeinsel Borkum verlost und es gibt weitere Preise. Weitere kleine Aktionen sorgen für Spaß. Ab 16 Uhr unterhalten die „Kärwemusikanten“ das Publikum. Den Erlös des Festes will das Dorfladen-Team der „Aktion Deutschland hilft“ spenden.