Auf Abstand, aber doch gemeinsam: Weil der Kinderkreuzweg wegen Corona ausfallen muss, hat sich das Kindergottesdienst-Team Geiselwind eine informative und spannende Aktion ausgedacht. Wer Lust hat, kann mitmachen.
Der Kinderkreuzweg am Karfreitag ist in Geiselwind beliebte Tradition. Gemeinsam ziehen bis zu 100 Teilnehmer hinauf zum Kreuz hoch über der Gemeinde. Die Corona-Pandemie lässt das in diesem Jahr nicht zu. Deshalb hat sich das Kindergottesdienstteam St. Burkhard eine besondere Aktion ausgedacht.
„Wir begleiten Euch durch die Fastenzeit mit sieben Stationen aus den letzten Tagen Jesu an verschiedenen Orten in unserer Gemeinde“, hatten Margot Burger und Martina Bräutigam die Kinder, Familien „und alle, die Lust darauf haben“, zu Beginn der Aktion informiert. „7 Wochen – 7 Stationen“ startete mit Beginn der Fastenzeit und endet eigentlich an Karfreitag, wobei die Stationen bis nach Ostern aufgebaut bleiben, so dass alle Interessierten sie auch jetzt noch aufsuchen können.
Kleine Aufgaben für Zuhause
An jeder Station gibt es eine kleine Aufgabe, so dass etwas Gemeinsames entstehen kann, auch wenn die Familien alleine am jeweiligen Ort sind. Immer freitags wurde eine neue Station auf der Homepage der Pfarrei und über Soziale Medien vorgestellt. Die Kinder können die Texte zuhause lesen, müssen manchmal etwas für den Ausflug vorbereiten oder mitnehmen und können sich auf den Weg zur Station machen, wann sie Lust haben.
Zu Beginn ging es darum, sich etwas für die Fastenzeit vorzunehmen, denn auch Jesus hat 40 Tage in der Wüste gefastet. Weniger Süßes, kein Streit, mehr der Mama und dem Papa helfen – so lauteten einige Vorschläge der Organisatorinnen. Und tatsächlich: Wer den Haufen aus bunten Steinen anschaut, der sich mit der Zeit am Aussichtspunkt am Glößberg in Gräfenneuses angesammelt hat, der kann das Wort „Süßigkeiten“ gleich auf einer ganzen Reihe von Steinen lesen. „Mehr Sport“, hat sich jemand vorgenommen, „mehr gute Gedanken“, „weniger Handy“, aber auch – schließlich machen auch Erwachsene eifrig mit – „weniger Secco“.
Der Einzug in Jerusalem steht im Mittelpunkt der zweiten Station. Wieder folgt erst Information über Jesu Leben, dann die Aufgabe: den Einzug Jesu in Jerusalem nachbauen. Auf dem Zeltplatz Hutzelmühle haben die Organisatorinnen Jerusalem in Miniaturform nachgebaut, Jesus auf dem Esel und ein paar Jünger auf der steinernen Straße platziert. Die Kinder sollen Playmobilfiguren an den Wegesrand stellen, so dass eine große Menge Jesus in Jerusalem empfängt. Inzwischen säumen bereits viele kleine Figuren den Weg.
Bei der dritten Station basteln die Kinder Kreuze aus Holz, die sie in die Kirche von Ilmenau bringen – die Kirche ist extra für die Aktion täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Zugleich eine ideale Gelegenheit, um die 14 Kreuzweg-Gemälde an den Wänden der Kirche zu bewundern. Die vierte Station führt nach Röhrensee und dort rechts in den Wald – nach etwa 300 Metern flattern viele bunte Tücher an einer Wäscheleine. Dort, auf dem Waldplatz des Kindergartens, dreht sich alles um das Schweißtuch, das Veronika Jesus gereicht hat. Auf viele Tücher haben die Kinder das Gesicht Jesu gemalt, so, wie es auf dem „Turiner Grabtuch“ zu sehen sein soll.
Blumen an der Mariengrotte hinter der Autobahnkirche
Auf dem Kreuzweg begegnet Jesu auch seiner Mutter Maria – darum geht es in der fünften Station, die sich an der neuesten Marienstatue der Gemeinde Geiselwind, hinter der Autobahnkirche, befindet. Dort dürfen die Kinder zu Ehren der Gottesmutter eine Blumenzwiebel pflanzen und eine weitere mit nach Hause nehmen, um sich auch dort an Maria zu erinnern. Bis Ostern soll an der Mariengrotte durch die von Manuela Strohofer gespendeten Blumenzwiebeln ein Blumenmeer entstehen, hoffen die Organisatorinnen.