Gerhard Schröders Geburtstagsbesuch bei Kremlchef Putin schlägt hohe Wellen - auch in der SPD. Schröder beschädige die Glaubwürdigkeit der Partei, so der Vorwurf.
Nach dem Besuch von Gerhard Schröder beim Geburtstag von Russlands Präsident Wladimir Putin werden in der SPD erneut Stimmen laut, die einen Ausschluss des Altkanzlers fordern. Der SPD-Bezirk Oberpfalz beschloss auf seinem Bezirksparteitag einstimmig einen entsprechenden Antrag, teilte die Bezirksvorsitzende Carolin Wagner mit. Anlass seien Schröders jüngste Einlassungen mit dem "Kriegstreiber Putin". Zuvor hatte der Tagesspiegel darüber berichtet. Demnach sprachen sich auch die SPD-Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg und Bayern für einen Parteiausschluss aus.
"Ein Altkanzler, der auf Geburtstagspartys von Kriegsverbrechern geht, macht sich nicht nur für die SPD unmöglich", erklärte der Co-Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg, Robin Mesarosch. "Schröder ist eine einzige Schande für das ganze Land." Der bayerische Co-Landeschef Sebastian Roloff sagte, dass der Erfolg eines neuen Parteiausschlussverfahrens fraglich sei - fügte jedoch hinzu: "Wenn es eine Chance gibt, sollte es versucht werden."
Im Antrag aus der Oberpfalz, dessen Text der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wird der SPD-Parteivorstand aufgefordert, "auf Grundlage der neu bekanntgewordenen Vorgänge unverzüglich ein erneutes Parteiordnungsverfahren gegen Gerhard Schröder mit dem Ziel seines Ausschlusses aus der SPD zu beantragen". Dabei gehe es insbesondere um Schröders Aufsichtsratsmandat bei der russischen Handelskette Hyperglobus und seinen Besuch bei Kremlchef Wladimir Putin zu dessen Geburtstag.
Forderungen nach Schröder-Rauswurf - Teile der SPD sehen Glaubwürdigkeit der Partei beschädigt
Schröders öffentliche Nähe zu Putin stehe "in einem schwerwiegenden Widerspruch zu den Grundwerten der Sozialdemokratie" und beschädige die Glaubwürdigkeit der Partei, hieß es in dem Antrag.
Wagner, die auch für die SPD im Bundestag sitzt, verwies auf den russischen Angriffskrieg "mit Tausenden Toten, verschleppten Kindern und Kriegsverbrechen". Es könne nicht sein, dass man alles daran setze, diesen Krieg zu beenden, und gleichzeitig stelle der Altkanzler "diese Innigkeit zur Schau". Das verstehe bei der SPD Oberpfalz "keiner mehr".
Schröder ist seit seiner Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 mit dem russischen Präsidenten Putin befreundet. Er hat den russischen Angriff auf die Ukraine zwar als Fehler bezeichnet, hält aber dennoch an seiner Freundschaft zu Putin fest. Ein erstes Parteiausschlussverfahren gegen ihn scheiterte im Jahr 2023.
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