Seit 25 Jahren lebt Werner Rensinghoff in Unterfranken. Seither hat sich viel verändert in Sachen Radfahren. Eines ist gleich geblieben: Die Fahrrad-Tauschbörse des ADFC erfreut sich großer Beliebtheit. Am 26. April ist es wieder so weit.
Seit 25 Jahren lebt Werner Rensinghoff in Unterfranken. Seither hat sich viel verändert in Sachen Radfahren. Eines ist gleich geblieben: Die Fahrrad-Tauschbörse des ADFC erfreut sich großer Beliebtheit. Am 26. April ist es wieder so weit.
Werner Rensinghoff kommt aus dem Westen der Republik. Radfahrern gehörte dort schon immer zum Stadt- und Landschaftsbild. Die Idee einer Tauschbörse hat er aus Köln mitgebracht. Seit Anfang der 90er-Jahre tauschen, kaufen und verkaufen auch die Kitzinger. Anfangs auf dem Bleichwasen, jetzt auf dem Parkplatz an der Nordbrücke, ganz in der Nähe von Fehrer und vom Bayern-Sportplatz. Zwischen 60 und 75 Räder werden in der Regel angeboten. „Man sollte auf jeden rechtzeitig kommen“, empfiehlt Rensinghoff. Um 9 Uhr geht es los.
Mehrere Kundengruppen sind bei der Tauschbörse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs vertreten. Eltern, die ein passendes Rad für ihre Kinder suchen, Erwachsene, die ihr langjähriges, gepflegtes Rad gegen ein leichter laufendes Rad tauschen wollen, Senioren mit gesundheitlichen Problemen, die auf der Suche nach einem Rad mit Unisex-Rahmen sind. „Weil das Aufsteigen mit Rahmen nicht mehr klappt“, erklärt Rensinghoff.
Zusammen mit Norbert Gonschorek und anderen ADFC-Mitgliedern berät Rensinghoff auf Wunsch die Käufer und Verkäufer. Was ist das Rad noch wert? Lohnt ein Kauf? Wie viel Geld muss eventuell für Reparaturen investiert werden? „Wir stellen uns als Gutachter und Berater zur Verfügung“, erklärt Rensinghoff. „Wir weisen Käufer und Verkäufer auf etwaige Mängel hin.“ Und diese Mängel kommen nach den Herbst- und Wintermonaten immer wieder vor: Die Züge der Kettenschaltung sind eingerostet, die Lichttechnik hat gelitten, die Reifen haben nicht genug Luft. Wer handwerklich geschickt ist, kann die Arbeiten selbst durchführen. „Sonst weisen wir auf die hiesigen Werkstätten hin“, versichert Rensinghoff. Die Tauschbörse ist ein kostenloser Service des ADFC, frei von jedweder Gebühr.
„Schnäppchen sind immer wieder dabei“, sagt Gonschorek, der in Hüttenheim ein Fahrrad-Museum leitet. Er kommt bei den Tauschbörsen immer wieder selbst auf seine Kosten, werden doch mitunter antike Räder angeboten, teilweise aus den 40er-Jahren. „Da muss man die Käufer aber auf die alte Bremstechnik hinweisen“, sagt er. Und bei den E-Bikes, die bei der Tauschbörse auch schon angeboten wurden, sind die Käufer ebenfalls über umfangreiche Informationen froh.
Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Fahrrad-Tauschbörse. Zweimal pro Jahr findet sie statt. Im Frühjahr und im Herbst. Früher gab es so eine Veranstaltung auch in Marktbreit. Etwa 50 Tauschbörsen dürfte es insgesamt schon gegeben haben, schätzt Rensinghoff. Bei durchschnittlich 70 Rädern kommt man auf eine stattliche Zahl von 3500 Rädern, die bei den Veranstaltungen einen neuen Besitzer gefunden haben.
Und die können ihre Räder im Landkreis Kitzingen viel besser nutzen als noch vor zehn Jahren. „Es hat sich viel getan beim Radwegenetz im Landkreis“, bestätigt Rensinghoff. Ein paar wenige Lücken gibt es noch, beispielsweise im Bereich Abtswind und bei Rehweiler. „Das hat aber meistens etwas mit Eigentumsverhältnissen zu tun“, sagt er.