Vier eckige Türme und ein Modelabel tragen den Namen der Landkreis-Gemeinde in die Region, ins ganze Land, ja teilweise sogar in die ganze Welt: Für viele ist der Name Schwarzach am Main vor allem mit der Abtei Münsterschwarzach und mit René Lezard verbunden. Beides sind „Marken“, aber auch Wirtschaftsfaktoren – sie sind die größten Arbeitgeber im Ort.
Etwa 3530 Einwohner leben derzeit im Markt Schwarzach, der die Ortsteile Düllstadt, Hörblach, Gerlachshausen, Münsterschwarzach, Schwarzenau und Stadtschwarzach vereint. Die Zahl stagniert, aber sie ist wenigstens nicht rückläufig, was Bürgermeister Volker Schmitt schon einmal zufriedenstellt. „Aber es könnten etliche mehr sein, wenn wir Baugebiete hätten“, sagt er. Anfragen von Bauwilligen gibt es immer wieder. Doch bauliche Besonderheiten oder der Hochwasserschutz machen es in einigen Ortsteilen schwierig, Plätze auszuweisen.
„Aufgrund unserer Lage müssten wir beim Gewerbe eigentlich weiter sein.“
Volker Schmitt, Bürgermeister
Geplant ist der Lückenschluss zwischen Gerlachshausen und Stadtschwarzach, zudem soll auf einem ehemaligen Gärtnereigelände eine Eigentumswohnanlage entstehen. In Düllstadt könnte Bauland entstehen, aber geplant hat der Markt hier nichts.
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„Unser Augenmerk liegt auch darauf, nicht zu viel auszuweisen, sondern auf die Innenentwicklung zu gehen.“ Zumal es gerade in Düllstadt viele große landwirtschaftliche Gehöfte gibt, deren langfristige Zukunft offen ist. „Irgendwann wird ein Teil davon leer stehen.“ Trotzdem tut sich in Düllstadt etwas: Die Dorferneuerung läuft, die Sanierung der maroden Ortsdurchfahrt wird geplant.
Großteils hat die Marktgemeinde den Strukturwandel der Landwirtschaft schon hinter sich, die Zahl der Bauern ist zurückgegangen. Mittelpunkt im Bereich Landwirtschaft ist natürlich Schwarzenau mit dem Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum. „Die Landesanstalt ist wahnsinnig bekannt. Dort finden auch viele Lehrgänge statt“, freut sich Schmitt.
Größter Anziehungspunkt ist natürlich die Benediktinerabtei. Der Großteil der 100 000 Touristen jährlich kommt wegen der Abtei, was sich auch in den Übernachtungszahlen spiegelt. 56 000 Übernachtungen wurden 2014 registriert, etwa 10 000 davon allein im Gästehaus der Abtei. Touristen kommen auch mit dem Mainschleifen-Shuttle, dem Dorfschätzebus sowie mit dem Fahrrad oder fahren den Campingplatz in Schwarzenau an. Schmitt denkt darüber nach, den Posten eines Touristmusreferenten einzuführen. „Auch Fremdenführer haben wir nicht mehr.“
Die Gäste können in mehreren Gastwirtschaften einkehren, wobei sich Schmitt schon sorgt, dass das Gasthaus am Marktplatz geschlossen hat. Ärgerlich, zumal der gesamte Marktplatz vor nicht allzu langer Zeit neu gestaltet wurde. „Da fehlt jetzt natürlich was.“ Bei der Nahversorgung sieht es recht gut aus, samt Lebensmittelmarkt ist alles vorhanden, die Nachfolge für den Hausarzt ist gesichert. Aber die Apotheke hat seit September zu. „Das ist schon ein Stich ins Herz.“ Der Bürgermeister hofft, dass doch noch eine Nachfolgelösung gefunden werden kann.
Beim Gewerbe freut sich der Bürgermeister über einen Neuzugang aus Kitzingen und verweist darauf, dass weiterer Platz vorhanden wäre. Etwa 40 000 Quadratmeter sind im Gewerbegebiet noch frei. Auch wenn die derzeit noch fehlende DSL-Versorgung eine Hürde darstellt. Der Ausbau mit Glasfaser läuft, „da müssen wir in die Offensive gehen“, so Schmitt. Insgesamt sagt er zum Thema Gewerbe:„Aufgrund unserer Lage müssten wir eigentlich weiter sein. Vor allem, wenn wir auf die Nachbarn sehen.“ Denn verkehrstechnisch ist Schwarzach mit der A3, der B22 und der St 2271 eigentlich ideal erschlossen. So sehr ihn die positive Entwicklung der Gewerbesteuer freut, so weiß Schmitt auch: „Das ist noch ausbaufähig.“