Eigentlich sollten die Mädchen und Jungs zu Detektiven ausgebildet werden. „Sei KjGespannt“ hieß das Motto des traditionellen Zeltlagers in diesem Jahr. Die Vorbereitungen liefen seit Dezember, doch Corona brachte die Planungen durcheinander. Um so gespannter waren die Kinder auf das Alternativprogramm, das die KjG Kitzingen ihnen bot. Ihr Fazit nach drei aufregenden Tagen: Es war kürzer, es war anders – aber es war super.

Das traditionelle Sommerzeltlager ist der Höhepunkt im Jahresprogramm der Katholischen jungen Gemeinde Kitzingen. Die Mitarbeiterrunde stellt alljährlich ein unterhaltsames Programm auf die Beine. So war es auch für diesen Sommer gedacht. „Normalerweise laufen Mitte März die Planungen fürs Zeltlager auf Hochtouren, doch dieses Jahr musste zu diesem Zeitpunkt erst einmal die Frage gestellt werden, ob es überhaupt stattfinden konnte“, blickt Gabrielle Moser zurück, in deren Händen die Lagerleitung lag. „Können wir ein Zeltlager durchführen, bei dem bis zu acht Personen in einem Zelt schlafen? … Bei dem alle zusammen ums Lagerfeuer sitzen und Lieder singen, wo doch das Singen als 'Superspreader' gilt? … Bei dem alle zum Essen zusammenkommen, wo doch zwei Meter Abstand angesagt sind?“, zählt sie einige der Fragen auf, die sich der Runde stellten. „Und wie sollen wir Kinder trösten, die Heimweh haben?“ Die Mitarbeiterrunde kam zu dem Ergebnis, dass sie das alles nicht verantworten kann und will. Doch ganz ausfallen sollte der Jahreshöhepunkt dann auch wieder nicht. „Im Juni fiel die Entscheidung, ein Ersatzprogramm auf die Beine zu stellen.“ Stattfinden sollte die Aktion am letzten Juli-Wochenende in Kitzingen. „Ganz ohne Zelte und Übernachtung, aber trotzdem mit viel Spaß und Kreativität!“

Gemeinsam überlegten sie sich ein corona- und kinderfreundliches Programm, wobei die Eltern einige gute Ideen mit einbrachten. „Wir waren selbst recht erstaunt über das Programm, das, trotz der Auflagen, gemeinsam auf die Beine gestellt werden konnte.“ Beim Aufstellen des Schutz- und Hygienekonzeptes wurde die KjG durch Pfarrgemeinderätin Sabine Staab und Susanne Müller von der kirchlichen Jugendarbeit unterstützt. „Daraus ging der besondere Posten unserer Sicherheitsfee hervor, die rund um die Uhr beispielsweise die Hände der Kinder desinfizierte“, sagt Gabriella Moser und fügt lachend an: „Ist sie vielleicht noch ein Überbleibsel aus unserem letzten Zeltlager 'Fight for Fantasy' – man weiß es nicht…“.

Mit Spannung warteten auch die Kinder auf das gemeinsame Wochenende. Den Auftakt bildete ein Kinoabend am Freitag im Dekanatszentrum in Kitzingen. Aber was ist ein Kino ohne Snacks und Getränke? Die Sicherheitsfee sorgte dafür, dass jedes Kind ein eigenes Päckchen bekam und bei Chips und Softdrinks verfolgen konnte, was „Kevin allein zuhaus“ so alles passiert. Natürlich wurde viel gelacht, die Stimmung war ausgelassen.

„In den Samstagvormittag starteten wir mit einer Radtour“, berichtet Gabriella Moser. Die 29 Kinder wurden in drei Gruppen mit jeweils drei Leitern aufgeteilt. Jede Gruppe hatte eine eigene Route und je nach Alter wurde sie etwas ausgedehnt oder kürzer gehalten. „Unsere älteste Gruppe hat es sogar bis auf den Schwanberg geschafft, wo sie vom schönen Ausblick belohnt wurde.“ Mittags trafen sich alle wieder am Sickergrundstadion – die Gruppen wurden aber auch dort nicht vermischt. Beim Nachmittagsprogramm bekam die Kitzinger KjG Unterstützung: „Ein Team der KjG Würzburg stattete uns einen Besuch ab und leitete jeweils einen zweistündigen Workshop zu den drei Themen Umweltbildung, Pädagogik und Eine-Welt-Arbeit. Abgeschlossen wurde der Tag mit einer kleinen Reflexion.“

Am Sonntag wartete ein Bastelvormittag auf die Kinder. Die erste Aufgabe war es, mit vorgegebenem Material ein rohes Ei so zu verpacken, dass es einen Sturz aus etwa vier Metern Höhe heil übersteht. Drei von sechs Kleingruppen schafften es, diese Aufgabe erfolgreich zu lösen, während die anderen drei Gruppen, wie die Mitglieder feststellten, wohl noch etwas an ihren Ingenieurskenntnissen arbeiten müssten.

Corona hatte nicht nur Einfluss auf das Programm, sondern wurde auch gleich zu einem Programmpunkt gemacht: Jedes Kind durfte eine im Vorfeld von den Leitern genähte Maske schöner gestalten – besticken oder batiken, je nach Geschmack. Am Nachmittag startete eine Stadtrallye durch Kitzingen. Über die App „ActionBound“ wurden die Kinder zu vier verschiedenen Orten gelotst, an denen sie verschiedene Fragen interaktiv beantworten konnten. Danach ging es für jede Gruppe zum Pfarrgarten St. Vinzenz. „Dort ließen wir mit einem Abschlussimpuls das sehr gelungene Wochenende ausklingen“, erzählt Gabriella Moser. Auch die Eltern der Kinder waren dazu eingeladen.

Das Fazit der Organisatoren fällt positiv aus: „Trotz Corona hatten alle ihren Spaß. Auch unter den Masken haben wir viele strahlende Gesichter gesehen.“ Gefreut hat die „großen“ KJGler nicht nur, dass doch so viele das Ersatzprogramm wahrgenommen haben. „Vor allem wollen wir uns bedanken, dass sie so super mit unseren Hygieneregeln umgegangen sind.“ Und fürs nächste Jahr hoffen alle, sich wie gewohnt im Sommer auf dem Zeltplatz wieder zu sehen.