Christian und Georgina Sperlich sind mit ihrem zweijährigen Sohn Jake im Auto unterwegs. Wie so oft. Es geht zum nächsten Auftritt, jeden Tag in eine andere Stadt. Im Gepäck haben sie mehrere Puppen, eine Kulisse und die spannende Geschichte „Mascha und der Bär“. Am Mittwoch macht das Figurentheater Station in Kitzingen.
Christian und Georgina Sperlich sind mit ihrem zweijährigen Sohn Jake im Auto unterwegs. Wie so oft. Es geht zum nächsten Auftritt, jeden Tag in eine andere Stadt. Im Gepäck haben sie mehrere Puppen, eine Kulisse und die spannende Geschichte „Mascha und der Bär“. Am Mittwoch macht das Figurentheater Station in Kitzingen.
„Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort“, so heißt es in einem bekannten Lied von Hannes Wader. Auf den ersten Blick scheint es, als würde das genau auf die Familie Sperlich zutreffen. Immer unterwegs sind sie, fahren von einem Ort zum anderen, bleiben meist nur ein paar Stunden. Schaut man aber den Liedtext genauer an, merkt man eben doch den Unterschied. „Dass man mich kaum vermisst. Schon nach Tagen vergisst...“ geht es dort weiter. Doch wer die Sperlichs und ihre Puppen trifft, dem bleibt dieses besondere Erlebnis lange im Gedächtnis. Denn sie begeistern ihr junges Publikum bei jedem Auftritt.
„Mascha und der Bär“ heißt das Stück, das Christian und Georgina Sperlich mit ihrem Figurentheater am Mittwoch im Stadtteilzentrum in der Kitzinger Siedlung aufführen. Bekannt ist es aus dem Kinderkanal. Mascha lebt mit ihrem Freund, dem Bär, im Wald. Ihm will sie zu seinem Geburtstag eine Torte backen. Weil das Mädchen aber recht zerstreut ist, bringt sie einiges durcheinander. Zuerst vergisst Mascha die Eier. Dann nimmt sie das Ei der Henne, aus dem bald ein Küken schlüpfen soll. Dabei können es Hennelore und ihr Mann Hennrich doch kaum erwarten, endlich Eltern zu werden. Und dem hinterlistigen Fuchs passt es schon gar nicht, dass Mascha Eier zum Backen verwenden will, wo die ihm doch so gut schmecken. Als ob das nicht schon reichen würde, verschlingt dann auch noch das gefräßige Hausschwein Oink die Torte für den Bären.
Wird es Mascha gelingen, doch noch eine Geburtstagstorte zu backen und was hat eigentlich der Fuchs genau vor? Kann Jäger Treffnix helfen? Diese Fragen werden in dem unterhaltsamen und kurzweiligen Stück beantwortet.
Was sie auf die Bühne bringen, suchen Christian Sperlich und seine Frau Georgina gemeinsam aus. Lehrreich sollte die Geschichte sein, schöne Figuren sollen vorkommen, außerdem gute Charaktere. „Wir müssen Spaß beim Spielen haben“, sagt Sperlich. Das übertrage sich dann auf die Kinder. Er spricht aus Erfahrung, denn er ist von klein auf mit dem Theater verbunden. Seit 150 Jahren schon stehen die Mitglieder der Familie Sperlich auf der Bühne. Der Uropa hat schon mit großen Puppen gearbeitet, der Opa auf der anderen Elternseite war Schauspieler, ist beim Bauertheater im Schwarzwald aufgetreten. „Ich bin da reingewachsen“, sagt Christian Sperlich über das Theater. Lange war er mit seiner ganzen Familie im Karfunkel-Theater unterwegs, vor einigen Jahren haben sich die Familienmitglieder dann auf mehrere kleine Theater aufgeteilt.
Christian Sperlich betreibt nun mit seiner Frau das „Bilderbuchtheater“. Der Name basiert auf der Arbeit beim letzten Stück. Das bestand aus mehreren Akten und bei jedem Akt wurde das Bühnenbild wie bei einem Bilderbuch umgeklappt.
Bei „Mascha und der Bär“ gibt es dagegen nur ein Bühnenbild. Das haben die Sperlichs wie fast immer selbst gemacht, ebenso einige Puppen, während sie andere in Auftrag geben. „Man muss viel selbst machen, sich so viel wie möglich aneignen“, erklärt Sperlich. „Allein schon aus Kostengründen. Unser Theater wird ja nicht gefördert, weil wir kein festes Theater sind, sondern reisen.“