Zum Artikel "Obdachlose bleiben im Notwohngebiet" vom 17. Mai erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Man sah der Verwaltung das Unbehagen an. Das Notwohngebiet soll aufgelöst werden, um wenige Meter dahinter ein neues Ghetto anzulegen. Viele Stadträtinnen und Stadträte wünschten sich, dass die Menschen nicht mehr dort versammelt werden, so wie dies seit den 60er Jahren geschehen ist. Der Wunsch, für die Obdachlosen eine bessere Übergangsunterkunft zu suchen, war nicht mehrheitsfähig. Niemand will die Menschen vor seiner Tür haben.

Verordnungen, die dies zentrumsnah vorschreiben und auch der vernünftige Vorschlag von Stadtrat Pop, einige Wohnungen in der Stadt umgebaut, vorzuhalten, wären super, aber es ist wie immer in Deutschland, alles ist reguliert und dann steht im Gesetz „kann oder soll“. Damit ist das Gesetz nichts mehr wert. Nachdem es laut Aussagen der Verwaltung nur null bis zwei Obdachlose pro Jahr gibt, ist die Größe von 40 Betten dann doch etwas überdimensioniert, dennoch wurde eine Mehrheit gefunden, die einen Modulbau am Rödelbach befürwortetet.

Kurioserweise gleicht ein Antrag der KIK von 2018 genau dem des aktuellen Antrags der CSU. Damals wurde dieser aber abgelehnt, welch ein Sinneswandel! Welche Altlasten in dem Hügel, an dem gebaut werden soll, zum Vorschein kommen, wird sich zeigen. Vielleicht wird es dann ein Millionengrab, dann geht die Suche nach einen Platz für die Obdachlosen in ein oder zwei Jahren wieder los. Vielleicht findet sich aber ein Goldschatz, den könnte die Stadt dringend brauchen.

Michael Zink
97318 Kitzingen