Zur Berichterstattung über die Entscheidung des Kitzinger Stadtrats, das Stadtmuseum zu schließen, erreichten die Redaktion folgende Leserzuschriften:

Die Entscheidung des Kitzinger Stadtrats, das städtische Museum zu schließen, ist nicht nur mir völlig unverständlich. Wie stolz und froh wären andere Ortschaften,  wenn sie eine solche Einrichtung hätten. Eine Stadt wie Kitzingen mit ihrer interessanten Geschichte verzichtet in Zukunft darauf, ihre wertvolle Sammlung der Öffentlichkeit zu zeigen.

Es gibt im Landkreis und darüber hinaus einige kleine Ortschaften, die ihr eigenes kleines Museum betreiben. Idealisten und Freunde alter Dinge sorgen dafür, dass diese erhalten bleiben. Keines davon erhält finanzielle Unterstützung und lohnen tun sie sich allemal nicht, aber sie erfüllen meiner Ansicht nach eine wichtige Funktion und tragen dazu bei, dass ihre örtliche Heimatgeschichte lebendig bleibt. Jungen Menschen und  kommenden Generationen kann anschaulich vermittelt werden, wie ihre Vorfahren lebten.

Wie viele Spender historischer Hinterlassenschaften erhofften ihre Dinge an einem sicheren und sinnvollem Platz und gaben sie ins Museum, damit andere Menschen sich daran erfreuen.

Deshalb trifft mich auch die Entscheidung der Schließung, weil vor einigen Jahren mit großem Aufwand die historische Einrichtung der alten Schloß-Apotheke aus Rüdenhausen ins Museum nach Kitzingen gebracht wurde. Ich fand es damals schon traurig, dass dieses Zeitdokument nicht in Rüdenhausen bleiben konnte, war aber beruhigt zu wissen, dass es im Kitzinger Museum einen würdigen Platz fand. Und nun?

Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen,
97355 Rüdenhasuen

Vorschaubild: © Björn Kohlhepp