Zum Artikel "Notwohngebiet bleibt bestehen" vom 24. November erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Endlich ist die Kuh vom Eis und das Thema erledigt. 16:14 lautete das knappe Stimmenergebnis im Stadtrat, sich für den Beschlussentwurf der Verwaltung auszusprechen und somit scheint auf den ersten Blick das Thema Obdachlosenunterkunft und Notwohngebiet auf alle Zeit vom Tisch. Anstelle einer Neuorientierung – nach fast vier Jahrzehnten quälender Prozesse –  hat der Stadtrat jedoch nicht den Mut zu durchgreifenden Veränderungen aufgebracht und somit droht dem Gebiet mit dem Neubau der Obdachlosenunterkunft auf diesem Areal erneut eine ungewisse und wohl wenig gedeihliche Zukunft, ganz abgesehen von den verpassten und nicht genutzten städtebaulichen Perspektiven.

Sowohl der Bürgerarbeitskreis als auch die Arbeitsgruppe Soziale Stadt hat sich vor nicht einmal zwei Jahren einheitlich für die komplette Auflösung des Notwohngebietes ausgesprochen. Dass drei Mitglieder aus dieser Arbeitsgruppe – zwei heute in OB-Stellvertreter Position – wohl  im Sinne des Gleichschrittes der Verwaltungsspitzen – jetzt eine Sinneswandlung vollzogen haben, hat einen besonderen Geschmack. Mehrheitlich hat die CSU mit ihren christlich sozialen Werten (oder nur Worten… ?)  wie auch USW, Freie Wähler, ProKT und eine Stimme der ÖDP gegen eine wirkliche Neuorientierung gestimmt.

Dieses Stimmverhalten konterkariert auch die Empfehlung des auf Stadt-und Quartiersentwicklungskonzepte spezialisierten Büros für Sozialraumanalyse. Als jahrelanger Kenner des Projektes „Soziale Stadt“ in der Siedlung hatten sich diese Fachleute mit oberster Priorität für die komplette Auflösung ausgesprochen. Die Mehrheit des Stadtrates einschließlich der allmächtigen (Bau-!) Verwaltung hat sich jedoch ignoranter weise zu den besseren Experten aufgeschwungen.

Herbert Schmidt
97318 Kitzingen