Zum Artikel "Suche nach der richtigen Technik fürs Freibad" vom 21. Oktober erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift.

Warum tun sich Bürgermeister und Stadtrat mit der Entscheidung über die Sanierung des Volkacher Freibades so schwer? Warum sucht der Bürgermeister bis kurz vor Ablauf der Frist für die Annahme der Bundesfördergelder nach einer Alternative zu der Anfang des Jahres von ihm favorisierten Sanierungsvariante eines Kombibeckens mit mehr als halbierter Wasserfläche? Immer mehr Beteiligten wird klar, dass eine Halbierung der in den 1960er Jahren für sinnvoll erachteten Schwimmflächen keine Zukunft gestaltet, sondern eine vergleichsweise teure Schrumpfung auf Kosten der jüngeren Generationen darstellt, zumal auch die Zahl der Einheimischen und Touristen nicht kleiner geworden ist. Ein solches Bad böte wenig Platz zum Schwimmen und Spielen sowie wenig Abstand für junge und alte Wasserfreunde.

In der Hoffnung auf niedrige Kosten bei nur geringfügig reduzierter Wasserfläche hatte sich der Stadtrat im Sommer für den Bau eines Naturbades mit Schilfbeet und biologischer Wasserreinigung begeistert. Doch in der jüngsten Stadtratssitzung hat eine erfahrene und unabhängige Expertin die Kosten für ein solches Experiment sogar noch höher geschätzt, als die Komplettsanierung der beiden bestehenden Becken mit Edelstahl. Dazu kommt, dass die Kunststofffolie, mit der ein Naturbad ausgekleidet werden soll, nicht so langlebig wie Keramikfliesen oder Edelstahl ist. Unabhängig davon wäre ein Naturbad an diesem Standort mit größeren Risiken verbunden, da die Hygieneanforderungen an die Wasserqualität in einem Hitzesommer schwer einzuhalten sind und Unterfranken aufgrund der Erderhitzung schon heute zu den heißesten und trockensten Regionen Bayerns gehört. Unerwähnt blieb in der Ratsdebatte ebenso, dass Schilfpflanzen durch Hochwasserereignisse stark geschädigt werden.

Betrachtet man also das Gesamtbild – und dazu gehört auch der Ratsbeschluss über die Einführung eines Kurbeitrags sowie mögliche Fördermittel seitens des Kreistages und Vorteile einer interkommunalen Zusammenarbeit – dann sollten die Entscheidungsträger darüber nachdenken, ob es mit Blick auf Volkachs Zukunft als anerkannter Erholungsort nicht am besten ist, die beiden Becken des Freibades in ihrer bestehenden Größe zu sanieren. Unter Berücksichtigung der Fördermittel und nach Einschätzung der Expertin wären die Mehrkosten gegenüber der Option zweier halbierter Becken mit 650 000 Euro vergleichsweise gering. Der Gestaltungsanspruch sowie das Aufbruchssignal, das von dieser Entscheidung für die nächsten Jahre ausginge, würden Volkach voranbringen.

Thomas Neuner
97332 Volkach