Auf der konstituierenden Sitzung des Albertshöfer Gemeinderats ging es unter anderem um die Frage, wie viele Stellvertreter Albertshofens Bürgermeister braucht. Am Ende gibt es mit dem neuen Vertreter Klaus Richter nur einen.

Horst Reuther (CSU) hatte Richter (SPD) auch als Stellvertreter vorgeschlagen. Derweil brachte Julian Philp (ABL) seinen Fraktionskollegen Philipp Wenkheimer vor. Für ihn machte sich auch der bisherige dritte Bürgermeister Alfred Sattes (ABL) stark, denn damit würde dem Wählerwillen Rechnung getragen, da die ABL die zweitmeisten Stimmen aller Fraktionen erhalten hatte.

Diskussion über einen oder zwei Stellvertreter

"Wir hatten bislang einen dritten Bürgermeister, den wir aber nie gebraucht haben", stellte Reuther die Frage, ob das neue Gremium einen oder zwei Stellvertreter haben soll, zu bedenken. Dazu merkte Barbara Hügelschäffer (SPD) an, dass trotz zweier Stellvertreter bisweilen die Amtsstunde ausgefallen sei. Wenn es nur einen gebe, "wie soll es dann besser werden?"

Auch der vorgeschlagene Wenkheimer votierte für zwei Stellvertreter, so könne jede der drei im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen hier vertreten sein. Doris Müller (CSU) gab zu bedenken, dass selbst die Stadt Würzburg drei Bürgermeister habe, da müsse die Gemeinde Albertshofen mit ihren 2000 Einwohnern nicht auch drei haben.

Mit acht zu sieben Stimmen fiel der Vorschlag von zwei Stellvertretern mit einer knappen Mehrheit durch. Stattdessen blieb es bei einem. Sollte der Bürgermeister und sein Stellvertreter verhindert sein, übernimmt der Ratsälteste die Vertretung.

Sofortiger Wechsel von Hofmann zu Wenkheimer

Bevor der Stellvertreter gewählt wurde, vereidigte Reuther die neuen Ratsmitglieder Michael Kraft und Timo Gallena (beide CSU) sowie Daniel Bayer (ABL) im Amt. Nachdem Lorenz Hofmann auf sein Amt verzichtet hatte, rückte Wenkheimer als Listennachfolger der ABL nach. Er hatte schon dem alten Gremium angehört. Die Ratsrunde stimmte nach Absprache mit der Rechtsaufsicht am Landratsamt zu, den Wechsel von Hofmann zu Wenkheimer sofort vollziehen.

Nachdem auch er seinen Amtseid abgelegt hatte, war Wenkheimer in der konstituierenden Sitzung auch gleich stimmberechtigt. Bevor die Ausschüsse gebildet wurden, sprach sich Reuther für die Abschaffung des Bau- und Umweltausschusses aus, weil in der Vergangenheit bei dessen Sitzungen fast alle Ratsmitglieder anwesend gewesen wären und mitgeredet hätten. Meinungen und Argumente wurde ausgetauscht, letztlich schaffte eine Mehrheit den Bauausschuss ab.

Im Rechnungsprüfungsausschuss hat Sattes den Vorsitz, sein Stellvertreter ist Ulf Zeptner. Mit im Ausschuss sitzen künftig Barbara Hügelschäffer, Philipp Wenkheimer und Wolfgang Gernert. Zudem wurden Timo Gallena (Jugend), Barbara Hügelschäffer (Umwelt) sowie Gerhard Uhl (Senioren) zu Beauftragten ernannt. In der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen werden künftig neben dem Bürgermeister noch Doris Müller, Philipp Wenkheimer und Gerhard Uhl die Albertshöfer Interessen vertreten.

Neuer Raum für Bauplätze oder betreutes Wohnen

In die Versammlung des Schulverbands Albertshofen-Mainsondheim entsendet die Gemeinde den Bürgermeister und Timo Gallena, dem Schulverband Buchbrunn gehört nur Reuther Kraft seines Amtes an. Vor der Verabschiedung der neuen Geschäftsordnung gab der Bürgermeister bekannt, dass der bayerische Gemeindetag empfohlen hatte, die Bewirtschaftungsmittel, über die der Bürgermeister allein verfügen kann, auf 10 000 Euro anzuheben. Das wurde so beschlossen.

"Der neue Gemeinderat beginnt mit einer noch nie dagewesenen Krise", sagte Reuther in seiner Antrittsrede. Die Corona-Pandemie habe das öffentliche, berufliche und private Leben sehr verändert. Er ging auf Projekte ein, die das Gremium beschäftigen werden. Besonders bauleitplanerische Schwerpunkte sollen neuen Raum für Bauplätze oder betreutes Wohnen geben.

"Leidenschaftlich diskutieren und sachlich argumentieren, das gehört im Gemeinderat dazu, bevor durch Sachverstand die beste Entscheidung getroffen werden", sagte der Bürgermeister. Er fügte hinzu: "Wenn eine mehrheitlich gefasste Entscheidung gefallen ist, gilt es, die Entscheidungen mitzutragen, das ist Demokratie."

Reuther bekommt rund 400 Euro mehr im Monat

In der nichtöffentlichen Sitzung beriet die Runde über die Aufwandsentschädigung des ehrenamtlich tätigen Bürgermeisters, der den Höchstbetrag für eine Kommune wie Albertshofen von 4671 Euro beantragt hatte. Nach kurzer Diskussion einigte sich das Gremium auf 4500 Euro. Somit erhält Reuther eine Gehaltserhöhung um rund 400 Euro.

Sein Stellvertreter Klaus Richter erhält mit 450 Euro ein Zehntel des Bürgermeistergehalts. Die Ratsmitglieder erhalten ein Sitzungsgeld von 25 Euro, obwohl mehrere ABL-Räte die bisherigen 20 Euro als ausreichend erachtet hatten.