Was den Nachwuchs betrifft, wird es für den Bereich Hotel- und Gaststätten nicht einfacher. Das wurde bei der Hauptversammlung des Kreisverbandes Kitzingen in Geiselwind deutlich, als über die vergangenen Abschlussprüfungen für Köche und Restaurantfachleute gesprochen wurde. Hubertus Kieser, stellvertretender Vorsitzender und zuständig für die Ausbildung, sagte, er sei „entsetzt“ gewesen, über das Auftreten der Auszubildenden. Die Durchfallquote liege bei fast 30 Prozent, einige mussten bereits bei der Theorie passen.

Ein weiteres Problem sei, dass jeder Zweite nach der Prüfung eine andere berufliche Richtung einschlage. Und das bei Lehrlingszahlen, die auf niedrigem Niveau stagnieren. „Ein Imageproblem“, sagte Kieser. „Das ist ein Beruf, der riecht nach Arbeit und ist auch Arbeit.“ Viele junge Menschen wollten das heutzutage nicht mehr auf sich nehmen, obwohl es auch schöne Seiten gebe.

Der stellvertretende Vorsitzender Kieser schilderte so manches von den Abschlussprüfungen: Im Schnitt lagen die Noten bei 65 Prozent, was einer Note vier entspricht. Zur Prüfung seien zwei Auszubildende zu spät erschienen, manchem musste man sogar hinterher telefonieren.

Die Prüfung selbst habe ihm ebenso besorgt. „Ich war entsetzt, wie sie sich präsentiert haben“, monierte er. Kieser gestand, er wisse nicht, wohin der Weg gehe. Man habe bei Schulabsolventen schon viel Werbung für das Hotel- und Gaststättengewerbe versucht, der Trend jedoch geht zum Studium. „Fakt ist, die jungen Leute wollen es nicht machen, aus welchem Grund auch immer“, schilderte er.

Vielleicht sei die Ausbildungsdauer mit drei Jahren zu lange, flocht er ein. Michael Seufert vom Vorstand sah das gesamte Gewerbe in der Pflicht, hier entgegen zu wirken. Bezirksvorsitzender Heinz Stimpfle riet, die Erfahrungen verstärkt auszutauschen.

Im Tätigkeitsbericht sprach der scheidende Vorsitzende Seufert gelungene Aktionen an – wie etwa das gemeinsame Kochen mit den Viertklässern der Mittelschule Dettelbach auf der Mainfrankenmesse. Das habe nicht nur den Kindern viel Spaß gemacht, sagte Thomas Dauenhauer, Seuferts Nachfolger an der Spitze des Kreisverbandes. Fruchtbar sei ein Gespräch mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm in Schwarzach gewesen, wo man sich über die ländlichen Gastronomie und deren Probleme ausgetauscht habe.

Auch wurde der Vorstand des 127 Mitglieder starken Verbandes neu gewählt. Als Vorsitzender löste Thomas Dauenhauer Michael Seufert ab, der nach 16 Jahren an der Spitze ins zweite Glied zurück ging. Neben Seufert wurde Hubertus Kieser zum Stellvertreter gewählt, Kassierin ist Claudia Schwanfelder, als Schriftführer fungiert Thomas Schneider. Revisoren wurden Petra Firbach, Karin Hartmann und Ingrid Behringer.