Neuwahlen standen im Mittelpunkt des SPD-Kreisparteitags mit 27 Delegierten im Dekanatszentrum. Nach 15 Jahren an der Spitze trat Heinz Galuschka nicht mehr an. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Jürgen Kößler. Wiedergewählt wurde Stellvertreterin Eva-Maria Weimann. Auch die stellvertretende Vorsitzende Astrid Glos trat nicht mehr an, ihr Nachfolger wurde Maurice Then.

Der neue Kreisvorstand ernannte Galuschka für seine Verdienste auf Beschliss der Versammlung zum Ehrenkreisvorsitzenden. Verabschiedet wurde ein Antrag des Ortsvereins Marktbreit, in dem Werner Hund die kurzfristige Installation von Mitfahrerbänken im Landkreis forderte. Als Fraktionsvorsitzender sagte Robert Finster die Behandlung des Antrags im Kreistag gerne zu.

Umfangreiche Berichte

Wie ein roter Faden zog sich durch die Berichte die Erkenntnis, dass die Bundes-SPD in der Großen Koalition zwar herausragende Arbeit leiste und wichtige Gesetze erfolgreich einbringe, diese ihre Leistungen aber in der Öffentlichkeit und damit beim Wähler nicht entsprechend wahrgenommen werden.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht unterstrich Galuschka, dass der Netzausbau in Deutschland bei Online-Sitzungen deutlich zutage getreten sei. Man könne sich vorstellen, was dieser Zustand für Handwerk, Handel und Unternehmen in Bayern bedeute.

Es sei der Verdienst der SPD-Bundesminister Olaf Scholz und Hubertus Heil, dass Pflegekräfte gleich wo sie arbeiten besser bezahlt und die personelle Ausstattung verbessert werde. Scharfe Worte fand er für die nach wie vor bestehenden alten Seilschaften in der CSU, wie er beim Maskenskandal zutage trat.

Nun gelte es zusammen mit dem Kandidaten Markus Hümpfer für den Bundestag zu kämpfen. Galuschka lobte, dass unter den SPD-Kandidaten viele junge Mitglieder sogar unter 30 Jahren vertreten seien.

Freude und Stolz bei der Arbeit

Zum Abschied bekannte er sich zu einer wunderschöne Aufgabe voller Freude an der Arbeit, die ihn mit Stolz erfüllt habe. In einer Grußbotschaft stellte Bürgermeisterin Astrid Glos fest, dass in den vergangenen Monaten coronabedingt vor allem die Wärme im Umgang mit Menschen und soziale Kontakte auf der Strecke blieben. Das habe sich auch auf die Kandidatenfindung zur Bundestagswahl ausgewirkt, persönliche Begegnungen seien nun umso wichtiger. Sie forderte gezielte Maßnahmen, damit Kinder Versäumtes aufholen könnten.

Als MdB-Kandidat stellte sich Markus Hümpfer vor und bekannte, den grünen Daumen wieder entdeckt zu haben, nun aber anstatt Reben Chili anbaue. Dabei setze er als SPDler vor allem auf rote Chili, wie mit dem roten Gemüse könne dem Koalitionspartner Schweißperlen auf die Stirn getrieben werden.

Robert Finster griff frühere SPD-Wahlslogans im Landkreis auf, die mit der Zeit umgesetzt wurden. Schon 1970 sei an Umweltschutzprogrammen gearbeitet worden, 2021 sei dann die Fortschreibung des Konzeptes einschließlich eines Umweltmanagers und der kostenlosen Energieberatung durchgebracht worden. Der ÖPNV sei zwar besser als vermutet, aber trotzdem noch verbesserbar. Unverständnis äußerte Finster, dass ein wohl geordnetes Staatsarchiv von Würzburg nach Kitzingen komme, während gleichzeitig ein erfolgreiches Landwirtschaftsamt in Unterfranken verstreut werde. Er bezeichnete dies als eine Zerschlagung aus blindem Aktionismus.

Wahlergebnisse

Kreisvorsitzender: Jürgen Kößler, Stellvertreter: Eva-Maria Weimann, Maurice Then, Kassiererin: Marianne Greif, Schriftführerin: Margit Hofmann, Revisoren: Manfred Berger, Klaus Hoffmann, Beisitzer: Brigitte Endres-Paul, Gennaro Fasel, Astrid Glos, Werner Hund, Sigrid Plutz, Markus Pusch, Othmar Röhner.
(gkr)