Was tun bei (drohender) Wohnungsnot? Stadt, Caritas und Diakonie mit Hilfsangeboten

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Kitzingen: Was tun bei (drohender) Wohnungsnot? Stadt, Caritas und Diakonie helfen
Anlaufpunkt für Menschen in Wohnungsnot: André Arnold, Tim Pfeuffer und Larissa Fecher im Beratungsbüro in der Egerländer Straße.
Kitzingen: Was tun bei (drohender) Wohnungsnot? Stadt, Caritas und Diakonie helfen
Ralf Dieter

Die Stadt Kitzingen, die Caritas und die Diakonie helfen Bürgern, die in Wohnungsnot geraten, mittels einer Anlaufstelle und einer Initiative.

Sie sind da. Als Helfer, Berater und Ansprechpartner. Wie die Stadt Kitzingen berichtet, wird ihr Angebot rege in Anspruch genommen – und jetzt durch einen neuen Aspekt ergänzt.

Bis ins Jahr 2018 hatten die Menschen im sogenannten Notwohngebiet in der Kitzinger Siedlung keine professionellen Ansprechpartner. Trotz des großen Engagements ehrenamtlicher Kräfte kam es immer wieder zu Spannungen und Zerwürfnissen. Zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden der katholischen und evangelischen Kirche hat die Stadt gehandelt und 2018 in der Egerländer Straße ein Büro eingerichtet. Zwei Sozialpädagogen der Caritas bieten dort an jedem Werktag Sprechzeiten an. „Es ist eigentlich immer jemand ansprechbar“, berichtet Tim Pfeuffer. Etwa die Hälfte der rund 80 Bewohner nehmen die Dienste von Tim Pfeuffer und Larissa Fecher in Anspruch. Oft geht es um Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Ratschläge bei Bewerbungen für einen Job oder um Tipps bei der Schuldnerberatung.

Der erste Ansprechpartner im Notwohngebiet ist in der Regel aber André Arnold. Seit 2018 ist Arnold als Hausmeister im Notwohngebiet im Einsatz. Er kennt alle Bewohner, deren Wünsche und Sorgen. „Mit der Zeit hat sich ein Vertrauensverhältnis gebildet“, sagt er. Viele Bewohner seien dankbar für das niederschwellige Angebot von Stadt und Caritas. Manche haben Angst vor dem Gang zur Behörde, wissen Arnold, Pfeuffer und Fecher aus ihren Gesprächen. Nach und nach wird ihnen diese Angst genommen. „Die allermeisten Probleme lassen sich im Gespräch lösen“, versichert Tim Pfeuffer.

Neben der Arbeit der ehrenamtlichen Helfer im „Wegweiser“ ist die Sozialberatung seit 2018 zum zweiten hilfreichen Anlaufpunkt für die Bewohner des Notwohngebietes geworden. „Die Situation im Notwohngebiet hat sich seither deutlich verbessert“, freut sich Astrid Haaf, Leiterin des Einwohnermeldeamtes. Aufgrund der guten Erfahrungen ist der Vertrag zwischen Stadt und Caritas bis 2027 verlängert worden. Die Kosten trägt die Stadt Kitzingen seit 2022 in vollem Umfang, von 2018 bis 2022 hatte der Landkreis noch ein Drittel der Kosten übernommen. „Wir wollen den Menschen im Notwohngebiet helfen“, erklärt Oberbürgermeister Stefan Güntner das Engagement.

Mehr als 120 Menschen lebten einst im Notwohngebiet, ein Wohnblock ist mittlerweile leergezogen worden. Das Ziel der Stadt: Den Bereich entzerren, gute Lebensbedingungen für diejenigen Bürger der Stadt schaffen, die keine feste Bleibe haben. „Noch lieber ist es uns natürlich, wenn die Menschen erst gar nicht obdachlos werden“, betont Astrid Haaf. Sie pflegt einen intensiven Kontakt mit den beiden Mitarbeitern der Sozialberatung und kontaktiert sie, sobald sie von einer Wohnungsnot erfährt. „Je eher wir von einer drohenden Obdachlosigkeit erfahren, desto besser können wir helfen“, bestätigt Tim Pfeuffer. Lassen sich Mietschulden übernehmen? Gibt es Leistungen von der Agentur für Arbeit? Gibt es ein passendes Jobangebot? Ist die angekündigte Räumung einer Wohnung überhaupt rechtskräftig? Fragen, die im Vorfeld einer Räumung geklärt werden können. „Aber nur, wenn sich die Menschen rechtzeitig bei uns melden“, so Haaf.

Seit 2022 hat sich die Stadt Kitzingen auch dem Thema Prävention gewidmet. „Dach überm Kopf“ nennt sich die neue gemeinsame Initiative mit Caritas und Diakonie. Sie wendet sich an all diejenigen, die Angst haben, ihre Wohnung zu verlieren. „Wer nicht mehr weiterweiß, weil er Miet- oder Energieschulden hat, Zuhause ausziehen muss oder aus einem anderen Grund in Wohnungsnot geraten ist, der ist hier genau richtig“, versichert Astrid Haaf. Sprechstunden werden nicht nur in der Egerländer Straße in der Siedlung, sondern auch jeden Mittwoch, von 15 bis 16 Uhr, in der Schrannenstraße 10 in Kitzingen angeboten.

Kontakt: Tel. 09321/1409688; Mail: sozialberatung@wohnungsnot-kitzingen.de oder direkt bei den offenen Sprechzeiten vorbeikommen: Schrannenstraße 10, jeden Mittwoch, von 15 bis 16 Uhr. Egerländer Straße 22: Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr und Montag, Dienstag und Donnerstag, von 14 bis 16 Uhr.