Die Stadt Kitzingen will für den kommenden Winter für bedürftige Menschen eine sogenannte "Wärmeinsel" einrichten. Dazu stellte die Bayernpartei Kitzingen einen Antrag, der am Donnerstag (29. September 2022) mit 17 zu drei Stimmen vom Stadtrat angenommen wurde, wie Stadtsprecher Ralf Dieter erklärt. Nun laufen die Vorbereitungen, beginnend mit der Suche nach einem geeigneten Gebäude.

"Bedingt durch die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine und der damit mittelbar verbundenen Reaktion Russlands auf westliche Sanktionen stehen wir vor einer drohenden Gasknappheit und enorm ansteigenden Preisen im Energiesektor", erklärt Stadt- und Kreisrat Uwe Hartmann (Bayernpartei) im Antrag zur Ausgangssituation.

Niedriglohnbereich und Rentner*innen betroffen: Kitzingen will Wärmeinsel schaffen

Weil es vielen Menschen im Niedriglohnbereich sowie Rentner und Rentnerinnen nicht mehr möglich sein werde, sich ein dauerhaft warmes Zuhause leisten zu können, sollen Wärmestuben oder Wärmeinseln eingerichtet werden, so Hartmann. Der Antrag sieht vor, in einem gut zugänglichen Gebäude eine solche Wärmeinsel einzurichten. "Dies könnte beispielsweise im Bürgerzentrum, im ehemaligen Museum oder auch in einem anzumietenden Leerstand der Fall sein."

Die Wärmeinsel sollte zu regelmäßigen Zeiten geöffnet und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet sein. Eine Möglichkeit der Übernachtung wird dabei allerdings nicht berücksichtigt und ist nicht Teil des Vorhabens. Die Integration einer Tee- und Suppenküche in Zusammenarbeit mit einer sozialen Einrichtung sei im Gegensatz dazu jedoch möglich: "Das wäre natürlich ideal - so weit sind wir allerdings noch nicht", sagt Dieter. "Die Stadt prüft aktuell die Umsetzbarkeit: Wir brauchen einen Raum, der groß genug und gut erreichbar ist", so der Sprecher der Stadt Kitzingen. 

Aktuell gehe es also vor allem um die Räumlichkeiten und deren Verfügbarkeit. Wie ein solcher Wärmeraum dann also letztendlich in der Praxis aussehen wird, werden die nächsten Vorbereitungen zeigen.  Aus Sicht der Verwaltung brauche es jedoch einen "Kümmerer" oder eine Kümmerin vor Ort, "idealerweise von sozialen Trägern in der Stadt."