Die Wiesentheider Bürgermeisterkandidaten Werner Knaier und Klaus Köhler stellten sich Fragen junger Menschen. Diese waren keck und brachten spannende Themen zur Sprache.
Das Bürgermeister-Duell, zu dem die Junge Liste WOW in Wiesentheid erstmals eingeladen hatte, lockte am Freitagabend etwa 25 jüngere Wiesentheider ins Jugendzentrum. Dabei bekamen der amtierende Bürgermeister Werner Knaier (CSU) und sein Herausforderer Klaus Köhler (Bürgerblock/Freie Wähler) nicht nur die Möglichkeit, sich den jüngeren Wählern kurz vorzustellen. Hauptpunkt war es, auf die Fragen der jungen Leute einzugehen. Es wurde eine lebendige, rund einstündige Runde, auch weil die Zeit für die Antworten der beiden Bewerber von vornherein begrenzt war.
Die Organisatoren, Andreas Laudenbach (Gemeinderat der WOW und Jugendreferent) und Moderator erläuterten die Veranstaltung. Schug zu den Anwesenden: "Ihr könnt nun die Gelegenheit nutzen, den beiden Kandidaten Fragen zu stellen, was sie mit dem Ort vor haben."
Kandidaten müssen schnell zum Punkt kommen
Knaier und Köhler hatten jeweils maximal zweieinhalb Minuten, um sich vorzustellen und später auch Fragen zu beantworten. Danach ertönte eine Glocke, nach der weitere 30 Sekunden zur Verfügung standen, um die Ausführungen zu beenden. Darauf mussten sich die beiden Bewerber einstellen, mussten sie doch schnell zum Punkt kommen.
Beim Münzwurf, wer mit seiner Kurz-Vorstellung beginnt, gewann Köhler. Er gab einen kurzen Steckbrief von sich, um dann seine Ziele für Wiesentheid zu schildern: die Wirtschaft stärken und voranbringen, "gute Jobs sind gut für den Ort". Zudem möchte er Infrastruktur und Spielplätze verbessern – und schon klingelte die Glocke. "So schnell? Ich hätte nicht gedacht, dass drei Minuten so kurz sind", stellte er fest.
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Nach ihm war Amtsinhaber Knaier an der Reihe, der auf seine 24 Jahre im Gemeinderat – zwölf davon als Bürgermeister – verwies. Sein Credo: Wiesentheid weiter voranbringen, auch bei Kindergärten, dem Jugendhaus, dem Mehrgenerationenplatz und weitere Verbesserungen schaffen.
Ideen zur besseren Kommunikation
Die erste Frage der Zuhörer zielte darauf, wie auch die jüngere Generation besser und schneller darüber informiert werden könne, was in der Gemeinde passiere. Hier räumte Knaier Verbesserungsmöglichkeiten ein. Ob Sitzungen des Gemeinderats künftig live im Internet übertragen werden, müsse man abwarten. Köhler verwies darauf, dass man Dienste wie Twitter nutzen solle. Ihm sei generell eine "offene, faire Kommunikation" wichtig, zu der man mehr die neuen Möglichkeiten verwenden solle. Zudem wolle er Bürger von vornherein stärker bei Entscheidungen einbeziehen.
Interessant wurde es bei der Frage eines Zuhöres, wie die Bürgermeisterkandidaten das zuletzt schwierige Klima im Gemeinderat verbessern möchten. So groß seien die Gräben in vielerlei Dingen gar nicht, meinte Knaier. Mehr miteinander reden und Mehrheiten bei Beschlüssen akzeptieren, lautete sein Vorschlag. Köhler möchte "Brücken bauen", alle politischen Gruppierungen fair behandeln und Wiesentheid mehr in den Mittelpunkt stellen, statt Einzelinteressen.