Badespaß unter freiem Himmel: Das versprechen die Freibäder in und um Kitzingen. Einen sonnigen Nachmittag im Wasser mit Bademeister, Pommes Rot-Weiß und sauberen Toiletten lassen sich viele gerne ein paar Euro kosten. Doch dieser Sommer beschert den Freibadbetreibern viel Frust und ein dickes Minus, wie unsere Umfrage ergab.

Im Aqua-Sole in Kitzingen waren die Besucherzahlen 2011 höher, aber Verena Dambach ist sicher, dass sich diese Lücke in den nächsten Wochen ausgleicht: „Nicht jeder möchte in einem Badesee schwimmen. Unser Freibad kann sich in puncto Idylle sicher sehen lassen.“

Große Pluspunkte des Schwimmbads seien die Sicherheits- und Hygienevorschriften sowie das angegliederte Hallenbad und die Saunalandschaft. Konkurrenz zwischen einzelnen Bädern? Fehlanzeige. „Es gibt im Landkreis genug Gäste für alle.“

Hartnäckige Stammgäste

Über täglich zehn bis 20 Stammgäste, egal ob Regen oder Sonne, freut sich Stefan Dittmann, Verantwortlicher im Volkacher Freibad. Bei gutem Wetter kämen bis zu 2000 Gäste, aber heuer sei es vielen schlicht zu kalt. Eine Konkurrenz zu den umliegenden Badeseen fürchtet Dittmann nicht und nennt die Vorteile des Schwimmbads: „Hier ist immer jemand da, der helfen kann. Egal ob es sich um einen Bienenstich oder eine Rettung aus dem Wasser handelt.“ Zudem locke das Bad mit einer gepflegten Anlage, einem Kiosk und guter Wasserqualität.

Auch Wolfgang Schulz, Betriebsleiter des Geomaris in Gerolzhofen, konnte 2011 erheblich mehr Besucher begrüßen. Trotzdem hat das Bad auch dank des integrierten Hallenbades und der Saunalandschaft im Jahr mehr als 250 000 Besucher. Ein dickes Minus werde trotzdem kaum ausbleiben, befürchtet Schulz, und ergänzt: „Wir bieten als kommunales Bad Badespaß, der für die breite Bevölkerung erschwinglich ist.“ Ein Minus bleibe da selten aus.

Einen Kampf um Badegäste gebe es kaum, sagt Schulz. Ob Hitzegeplagte lieber an den See oder ins Freibad gehen, hänge von deren Vorlieben und Erwartungen ab. „Wer seine Freizeit gerne in der Natur verbringt, den zieht es eher an einen Badesee. Im Schwimmbad dagegen herrscht eine familienfreundliche Atmosphäre, es gibt viele Rutschen, Nichtschwimmerbecken – und auch Sportschwimmer kommen auf ihre Kosten.“

Das Freibad Gnötzheim öffnet grundsätzlich nur ab einer Lufttemperatur von 24 Grad. Deshalb stellt sich Bürgermeister Adolf Hopf ebenfalls auf ein Minusgeschäft ein. Dennoch sieht er den Betrieb des Bades positiv: „Zu uns kommen auch Familien aus Marktbreit, Uffenheim und Ochsenfurt, obwohl es dort auch eigene Schwimmbäder gibt.“

Dieser Meinung ist auch Roswitha Ehmann, die seit 24 Jahren den Kartenverkauf leitet und Brausestangen oder Currywurst anbietet.

„Mein Kiosk ersetzt für viele den Dorfladen“, schwärmt sie. „Es herrscht eine familiäre Atmosphäre – ich sehe die Kinder aufwachsen. Manche kommen als Erwachsene mit dem eigenen Nachwuchs wieder her.“ Doch auch hier fehlt es an Badegästen: „Bis jetzt gab es leider nur einen einzigen schönen Tag, an dem wir 250 Besucher hatten.“

Zwei schöne Tage

Auch die Freibäder Abtswind und Markt Einersheim kämpfen mit niedrigen Besucherzahlen. Laut Bademeister Adolf Schmidt, der seit Juli die Aufsicht am Beckenrand in Abtswind übernommen hat, gab es dort gerade einmal zwei (!) schöne Tage mit jeweils knapp 300 Besuchern.

„Unsere Anlage wurde erst im letzten Jahr modernisiert und hat außerdem eine traumhafte Lage,“ meint er. Wie Bruno Gamm, Bürgermeister von Markt Einersheim, hält er das Angebot eines Schwimmbades für vielfältiger als am See.

„Es gibt eine rund um die Uhr geöffnete Gaststätte, in der die Leute auch noch länger zusammensitzen und sich unterhalten können“, so Schmidt. Mit steigenden Temperaturen sind es dann vielleicht nicht mehr nur Stammgäste, die um den Biertisch sitzen.