Unterfranken und speziell das Städtedreieck Kitzingen-Schweinfurt-Würzburg zählen zu den trockensten und heißesten Regionen Deutschlands. „Hier merken wir bereits heute die Auswirkungen des Klimawandels stärker und früher als in anderen Region des Freistaats“, so die Landtagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende, Barbara Becker.

Bis 2100 rechnen Experten mit einem weiteren deutlichen Anstieg der jährlichen Durchschnittstemperatur in der Region, heißt es in einer Pressemitteilung des CSU Kreisverbands. Welche Folgen hat dies für die Menschen, die Natur und die Landwirtschaft? Welche Anpassungsmaßnahmen gibt es und wie lassen sich die Hitzesommer 2018 und 2019 in den Kontext der aktuellen Klimaveränderungen einordnen?

Zu diesen und weiteren Fragen organisierte der CSU-Kreisverband Kitzingen in Kooperation mit dem CSU-Arbeitskreis Umweltsicherung und Landesentwicklung im Landkreis eine Videokonferenz. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung.

Niederschläge verändern sich

Als Referenten konnte Landtagsabgeordnete Barbara Becker Christian Hartmann aus Rimbach gewinnen. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg, Professur für Klimatologie, und gab einen Überblick über die prognostizierten Klimaveränderungen in Mainfranken.

Die globale CO2 Emission hat sich in den Jahren 1960 bis 2017 vervierfacht. Ebenso ist die Jahresdurchschnittstemperatur deutlich angestiegen. Gleichzeitig verändern sich die Niederschläge: Die Winterniederschläge nehmen zu und der Sommerregen ab. Wenn es regnet, dann häufig in großen Starkregenereignissen.

Dies hat Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft. Denn die Zunahme von Starkregenereignissen und Trockenheit bedeutet eine schlechtere Versorgung der Pflanzenwelt. Ebenso können Spätfröste große Schäden verursachen, da die Wachstumsphasen der Pflanzen immer früher beginnen.

Anbau neuer Rebsorten erforderlich

Für den Weinbau bedeutet dies, dass sich der Huglin-Index erhöht. Mit diesem wird die Anbaueignung verschiedener Rebsorten abgeschätzt. In Zukunft wird der Anbau neuer Rebsorten erforderlich sein.

Ebenso wirkt sich die Klimaveränderung auf die Waldbewirtschaftung aus. Unsere heimischen Baumarten sind nur bedingt anpassungsfähig. Neue Arten müssen gepflanzt werden, die besser mit Trockenheit und wärmeren Temperaturen umgehen können.

Ebenso weisen Innenstädte höhere Temperaturen auf. Ursachen hierfür sind die zunehmende Versiegelung, Störung des Windfelds, größere Oberflächen und Materialeigenschaften der Bausubstanz. Referent Christian Hartmann zeigte auf, dass man durch das Pflanzen von Bäumen im Innenort einen Kühleffekt von circa zwei Grad erzielen kann. Ebenso durch Fassadenbegrünung und Grünanlagen sind positive Effekte zu erzielen. Wasserflächen in Innenorten haben einen zusätzlichen kühlenden Effekt.