Ganz so heimelig wie in den vergangenen Jahren war er nicht, der Weiberfasching am Donnerstagabend in Mainstockheim. Schließlich fand er erstmals nicht im Hülbig-Saal statt, sondern in der Sporthalle. Der guten Stimmung in der mehrstündigen Veranstaltung tat der Ortswechsel allerdings keinen Abbruch.
Das kurzweilige Programm begann mit dem obligatorischen Rathaussturm, der nach der Eröffnung des Haltamal- und des Jakobsweges ganz im Zeichen einer weiblichen Wandergruppe stand. "An Tagen wie diesen", sangen die Weiber der Sangesfreunde und überreichten Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs eine überdimensional große Lupe, um auch ja alle Einzelheiten inspizieren zu können.
Sie sangen noch, als Karin Kümmelschuh aus der Wandergruppe plötzlich vor dem Bürgermeister stand und - schnipp - ihn unter dem Beifall der Wanderkolleginnen seiner Krawatte beraubte.
Das närrische Programm, das die Sangesfreunde unter der Leitung von Heike Klein, Irmgard Näck, Ulrike Lipinski, Karin Kümmelschuh und vielen anderen vorstellten, hatte es wie eh und je in sich. Tanzdarbietungen wie vom acht Jahre alten Tanzmariechen Luana Schmitt und den schon zu den Stammgästen zählenden alten Weiber aus Markt Einersheim sorgten für Begeisterung. Der sehenswerte Strumpfhosentanz in "schwarz-weiß und sexy" und das Männerballett aus Castell mit den "Glocken von Rom" sorgten ebenso für gute Laune wie das Buchstabenspiel und die Büttenrede von Ulrike Lipinski, in der sie auch missverständliche Tipps in der Partnerschaft für alle gab.
Der Chorleiter der Sangesfreunde, Uwe Ungerer, ließ sich von seinem Männergesangverein Fröhstockheim wie volltrunken im Schlafmantel auf die Bühne tragen und stellte eine eigene Version von "Donna Klara" vor. Den Abschluss des kleinen Faschingsliederabends bildete die Fleischereifachverkäuferin von Michl Müller.