Alois V. (Name von der Redaktion geändert) ist 66 Jahre alt, Rentner und war – was der Normalbürger kaum glauben mag – viele Jahre ohne Krankenversicherung. Als er schwer krank wird, gerät er deshalb in höchste Not. Was ihn gerettet hat, ist der sogenannte Beitragsschuldenerlass. Der gilt noch bis zum 31. Dezember 2013 und gilt für alle, die keine Krankenversicherung haben. Das sind laut Presseschreiben des Sozialverbands VdK rund 100.000 Menschen.

Rentner Alois V. ist einer aus der Gruppe. Bis vor etwa fünf Jahren zahlt er Pflichtbeiträge an seine Kasse. Als sich seine Lebensumstände verändern, ist eine freiwillige Versicherung angesagt. Die lässt Alois V. sausen, weil er gesund war. Als sich das abrupt ändert und eine schwere Krankheit den Rentner aufs Krankenlager wirft, steht er blank da.

Das Problem: Wenn Alois V. in die Krankenkasse zurück will, muss er die Beiträge für die Jahre seit einer Gesetzesänderung bis April 2007 nachzahlen, wie VdK-Kreisgeschäftsführerin Roswitha Kramer erklärt. Bei einem Minimalbetrag von 150 Euro wären das gut 11 000 Euro.

Die Summe kann der Rentner nicht aufbringen. Er wendet sich als Mitglied an den Kitzinger VdK, der ihn berät und dringend die Rückkehr in die alte Kasse nahelegt: „Eine Krankenkasse muss jeder haben“, betont Kramer. Schließlich wird sie gerade im Alter, wo das Geld knapper, die Krankheiten aber häufiger werden, gebraucht.

Achtung: Die Frist einhalten

Um so wichtiger für die über 100 000 Menschen, die laut VdK-Pressetext ohne Krankenversicherung sind, ist die Einhaltung der Frist bis zum Jahresende, die den Wiedereinstieg in die Kasse ohne – teilweise riesige – Nachzahlungen möglich macht: „Noch bis zum 31.12. können bisher Nichtversicherte vom befristeten Schulderlass profitieren. Wir raten den Betroffenen dringend: Melden Sie sich bei ihrer letzten Krankenversicherung“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des VdK Deutschland.

Das Beitragsschuldengesetz biete die Möglichkeit, in die Krankenversicherung einzutreten, ohne sich neu zu verschulden, so die Pressemitteilung. Familien, Freunde und Bekannte von Nichtversicherten sollten deshalb Betroffene auf diese Möglichkeit hinweisen. Was sich mit Sicherheit lohnen wird: Alois V. hat gut 11 000 Euro gespart.