Wiltrude Kestler aus Volkach feierte ihren 90. Geburtstag. Es gratulierten ihre Kinder Barbara, Joachim und Matthias mit ihren Familien, darunter vier Enkelinnen. Volkachs Bürgermeister Heiko Bäuerlein (rechts) überreichte der Jubilarin einen Blumenstrauß. Viele Jahre war die rüstige Seniorin im Arbeitskreis Kultur und Geschichte in Volkach aktiv. 1986 erschien ihr Buch "Volkach 1945 – Ein Beitrag zur Ortsgeschichte" - Volkacher Hefte 7, das aktuell in einer neuen Auflage erhältlich ist.

Die am 23. September 1931 in Gräfendorf geborene Zeitzeugin ist als Tochter des damaligen Volkacher Polizeichefs und dessen Frau zusammen mit vier Geschwistern aufgewachsen. Nach dem Schulabschluss war sie sieben Jahre als Fremdsprachenkorrespondentin tätig. Nach der Hochzeit mit dem Volkacher Steuerberater Josef Kestler 1958 engagierte sie sich in der Weinstadt ehrenamtlich in den Bereichen Sport und Kultur, unter anderem als Dekanatsführerin der katholischen Jugend. Beim VfL Volkach war sie Abteilungsleiterin in der Damengymnastik. Die begeisterte Sportlerin rief das Mutter-Kind-Turnen und den Ballettunterricht für den Nachwuchs ins Leben.

Auch in sozialen Bereichen engagierte Wiltrude Kestler sich, so in der Hospiz-Bewegung Volkach-Gerolzhofen. Im Vorstand des Vereins für ambulante Krankenpflege (heute Sozialstation St. Laurentius Volkach) war sie ein viertel Jahrhundert aktiv. Außerdem engagierte Kestler sich mehrere Jahrzehnte im Arbeitskreis Kultur und Geschichte der Stadt Volkach sowie im Literaturkreis. Im Volksbildungswerk der Stadt war sie immer eine ausdauernde und zuverlässige Mitstreiterin.

In ihrem Buch "Volkach 1945" schildert die Autorin ihre Erlebnisse als 13-Jährige im Jahre 1945. Als "Nichthistorikerin" versucht sie dabei, die damaligen Ereignisse durch Befragung von Augenzeugen zu rekonstruieren. Sie liest gerne, liebt klassische Musik und verbringt viel Zeit in ihrem Garten.