VOLKACH

Helferfest erinnert an Hallburg-Großbrand

Der Brand auf der Hallburg nahe Volkach am 16. Mai 2016 hatte nun ein schönes Nachspiel - ein Helferfest für die Einsatzkräfte. Dabei gab's Anlass für Rückblicke.
Eine gelöste Stimmung war bei den Einsatzkräften festzustellen, die vor rund einem Jahr beim Großbrand auf der Hallburg im Einsatz waren und jetzt beim Helferfest im Schlossgarten an ihre Leistungen zurückdenken durften. Foto: Foto: Hanns Strecker
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Knapp 200 Helfer vieler Feuerwehren aus dem Landkreis Kitzingen und angrenzenden Gebieten, des Roten Kreuzes (BRK) und des Technischen Hilfswerks (THW) folgten einer Einladung der Wirtin der Schlossgaststätte Hallburg zum Helferfest. Karin Molitor-Hartmann dankte damit den vielen freiwilligen Helfern, die bei dem großen Brand vor fast einem Jahr im Großeinsatz waren und die „Burg“ vor der kompletten Zerstörung retteten.

„Eine harte Zeit“

Das Fest im Schlossgarten war nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch zum Rückblicken. „Eine harte Zeit war das“, betonte die Wirtin mit Blick auf das große Feuer vom 16. Mai 2016 und die Folgen. „Ausräumen, dokumentieren für die Versicherungen, verhandeln mit Handwerkern, Versicherungsvertretern sowie anderen Ämtern.“

Es sei damals klar geworden. Alle Beteiligten seien an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangt. Dennoch habe bald eine Zeit begonnen, die wieder Auftrieb gegeben habe. Anspornend sei vor allem die Nachricht aus dem Hause des Grafen von Schönborn als Eigentümer gewesen, dass die Chancen groß seien, den Gaststättenbetrieb etwa an Weihnachten wieder starten zu können.

Helfer im Dauereinsatz

An diesen Hintergrund erinnerte Molitor-Hartmann beim Helferfest. „Das war nicht selbverständlich, was sie alle da geleistet haben“ so die Wirtin in ihrer Begrüßungsrede. Bewegend schilderte sie noch einmal den Tagesablauf am Brandtag. „Seit gut 25 Jahren bin ich die Pächterin der Schlossgaststätte. Und dann muss man mit ansehen, wie sein Objekt in Flammen und Rauch dasteht - eine schlimme Zeit war das!“

Besonders beeindruckend empfand sie den Dauereinsatz der Helfer. Den ganzen Tag, manche sogar bis zum nächsten Morgen, leiseten viele Einsatzkräfte ihren Dienst. „ Es war doch Feiertag. Da hatten bestimmt viele mit ihrer Familie was vor .“

Mit Kettensägen an der Decke

Auch Johannes Graf von Schönborn, der in Vertretung seiner Eltern zur Hallburg kam, zollte den Anwesenden seinen größten Respekt für ihre Leistung. Kommandant Fred Mahler („Ein wohl einmaliges Ereignis“) überreichte der Wirtin drei gerahmte Bilder mit der Historie des Brandes und ließ den Einsatz kurz Revue passieren. Hierbei hob er die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den Organisationen hervor.

Michael Hack, Einsatzleiter des THW Kitzingen, sprach dabei die schwierige Einsatzlage an, als seine Helfer unter Atemschutz mit Kettensägen im Obergeschoß Löcher in die Decke sägten, um an Glutnester heranzukommen. „Zum Teil hatten wir mit der Feuerwehr gemischte Atemschutztrupps gebildet und den Feuerangriff vorgenommen“ erinnerte er sich.

Mit Feldküche zur Burg

Dass es bei dem Einsatz keine Verletzten gab, freute Harald Erhard, Chef des BRK Kitzingen. „Der größte Teil unseres Aufgabengebietes war somit, neben der medizinischen Absicherung, die komplette Übernahme der Verpflegung aller Helfer und das Errichten von Zelten durch unseren technischen Zug, wo erschöpfte Brandbekämpfer kurz Ruhe fanden.“ sagte Erhard.

Mit einer kompletten Feldküche war Thorsten Dennerlein, das Urgestein des Kitzinger BRK-Verpflegungszuges, zur Burg hochgefahren. Hier übernahm er mit seinem Team die gesamte Versorgung der Helfer. „Um 9 Uhr gab es für weit über 250 Personen schon Rührei mit Bacon zum Frühstück“, so Dennerlein stolz und ein Feuerwehrmann nickte anerkennend dazu: „War gut – aber so was musst du erst mal organisiert haben“.