9,8 Millionen Euro stecken im Volkacher Haushalt für 2017. Dickster Brocken ist das Hallenbad. Aber auch in der nahen Zukunft lauern weitere teure Projekte.
Der Rekord-Haushalt der Stadt Volkach steht im Schatten nur eines Projekts, der Generalsanierung des Hallenbads. Das 6,4 Millionen Euro teure Vorhaben hat den Investitionshaushalt für 2017 extrem anschwellen lassen: 9,8 Millionen Euro sind eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. „Wir investieren wuchtig“, erklärte Bürgermeister Peter Kornell am Montagabend im Stadtrat bei den Haushaltsberatungen.
Die roten Zahlen werden mehr
Die Vorlage des 26 Millionen Euro dicken Gesamtetats war im Gremium ein ruhige Angelegenheit. Kein Wunder: Im Zukunftsseminar – Anfang März in Retzbach – hatten die Stadträte die Finanzen bei einer laut Kornell „sehr guten Beratung“ bereits durchgearbeitet.
Kernthema dürfte auch hier die bereits kräftig fortschreitende Hallenbad-Sanierung gewesen sein: „Das kostet Richtung 6,4 Millionen“, sagte der Bürgermeister. Die Ausgabe wird auch auf die roten Zahlen der Stadt durchschlagen. Kreditaufnahmen von satten 3,7 Millionen Euro sieht der Etatentwurf vor.
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Freibad: pessimistischer Ausblick
Ein „heikles Thema“ ist das Freibad. Das soll nach Kornells Worten zwar 2017 und 2018 offen bleiben, seine Zukunft ist aber ungeklärt. Wie die aussehen könnte und ob das Bad auf längere Sicht finanziell überlebensfähig ist, soll eine Studie ergeben. Der Bürgermeister ist mit Blick auf den Zustand des bald 50 Jahre alten Bades „sehr pessimistisch“. Die Anlagen seien verbraucht, Volkach angesichts großer Investitionen wohl überfordert: „Wir werden irgendwann vor der Entscheidung stehen, es aufzugeben.“
Keineswegs ans Aufgeben denkt Ingrid Dusolt (fraktionslos). Sie plant ein Sponsoring fürs Freibad, will in den kommenden Tagen alle Betriebe und Geschäfte in Volkach zum Mitmachen ermuntern. Vor allem die sanitären Anlagen bräuchten dringend eine Verbesserung. Was Dusolt aber eigentlich will, sagt sie deutlich: „Ein Fremdenverkehrsort ohne Freibad ist nicht denkbar.“
Mainschleifenhalle braucht neuen Boden
Den Millionen-Ausgaben in eine Sanierung des Bads stehen viele andere Investitionen im Weg. Beispielsweise die Erneuerung der Kartäuserstraße in Astheim, die rund eine Million Euro (2017/'18) verschlingt oder die Sanierungsmaßnahmen in der Volkacher Altstadt (Zeilitzheimer Tor, Josef-Wächter-Straße, Marktplatz) mit 680 000 Euro.
Im Hintergrund dieser Ausgaben lauern weitere Projekte. Kornell erinnerte an die Neugestaltung des Mainvorlands. Da stehen 2017 nur Planungskosten im Etat, in den Folgejahren warten 2,7 Millionen Euro auf die Investition in ein verschönertes Flussufer. Lieb und teuer bleibt auch die Mainschleifenhalle. Während es in diesem Jahr nur um die Lüftung geht, muss 2018 Kornell zufolge der kaputte Boden raus und eine Heizung rein. Kostenpunkt: eine halbe Million Euro.