Spätestens in der Saison 2017/18 werden Kitzingens Fußballer ganzjährig auf Kunstrasen trainieren können. Trotz des ohnehin schon „sportlichen“ Investitionsprogramms von gut zwölf Millionen Euro für 2016 hat die Mehrheit im Stadtrat den Kunstrasenplatz zusätzlich in der Vermögenshaushalt aufgenommen.

Die grob veranschlagten 400 000 Euro, verteilt auf die Jahre 2016 und 2017, sind ein Ergebnis der Haushaltsberatungen, die am Dienstag angelaufen sind. Traditionell stehen in Kitzingen zunächst die Investitionen auf dem Prüfstand, die von den großen Schulerweiterungen an der Hedwig- und Siedlungsschule, aber auch der Käranlage geprägt werden. Am Mittwoch war dann der rund 47 Millionen schwere Verwaltungshaushalt dran, der die laufenden Kosten festschreibt. Insgesamt geht es bei den auf drei Tagen angesetzten Verhandlungen um rund 60 Millionen Euro.

Am Dienstag standen erst einmal dreieinhalb Stunden lang die Projekte im Mittelpunkt, die 2016 und in den Folgejahren umgesetzt werden sollen. Am Ende hatte Stadtkämmerin Monika Erdel 990 000 Euro mehr als bisher geplant, in den Jahren bis 2019 unterzubringen.

„Das ist ein Überbleibsel aus den 60er Jahren.“
Siegfried Müller Oberbürgermeister

Ein Großteil davon entfällt auf den Kunstrasenplatz, der Gegenstand von gleich drei Anträgen von CSU, Freien Wähler und UsW war. Der Platz mit dem nicht ganz billigen aber modernen und sportlerfreundlichen Belag soll den Allwetterplatz im Sickergrund ablösen. „Das ist ein Überbleibsel aus den 60er Jahren“, sagte Oberbürgermeister Siegfried Müller. Der rote Platz erfüllt seine Funktion, den Vereinen bei schlechtem Wetter ein vernünftiges Training zu ermöglichen, schon lange nicht mehr. Als Folge weichen Kitzinger Vereine für den Trainings- und Spielbetrieb zum Beispiel nach Oberdürrbach aus, wie Sportreferent Manfred Marstaller in seinem Antrag schrieb. Das können sich die Vereine in der Zukunft sparen. Mit 22 zu fünf Stimmen fiel die Mehrheit für den Platz deutlich aus.

Geld für den Sport im Sickergrund gibt die Stadt auch für die Erneuerung der Flutlichtanlage aus. 59 000 Euro sind für den Ersatz der alten und stromfressenden Lampen vorgesehen.

Erheblich mehr Geld als ursprünglich geplant gibt es auch für die städtischen Wohnungen. 75 000 Euro waren pro Jahr vorgesehen, um den „Wohnraum für die Wiederherstellung der Vermietbarkeit zu ertüchtigten“, wie es in der Vorlage so schön heißt. Angesichts der zahlreichen städtischen Wohnungen in einem schlechten Zustand war das der Mehrheit zu wenig. Auf Antrag von Jens Pauluhn (Ödp) erhöhte der Stadtrat mit 22 zu vier Stimmen den Haushaltsansatz auf 200 000 Euro pro Jahr. Dazu stehen im Verwaltungshaushalt noch einmal 73 000 Euro für den laufenden Unterhalt zur Verfügung.

Auf Antrag von Jutta Wallrapp (Freie Wähler) sind noch 50 000 Euro für die Generalsanierung des Leichenhauses im neuen Friedhof mit in den Haushalt aufgenommen worden. 2017 sind 100 000 Euro vorgesehen und 2018 der große Brocken mit 500 000 Euro. Den eigentlich erst für 2017 geplanten Start der Sanierung wollte Wallrapp mit Blick auf den „schlimmen Zustand“ von Technik und Dach nicht hinnehmen. Sie forderte, ein Zeichen zu setzen, was die Mehrheit mit den 50 000 Euro dann auch getan hat.