Toni konnte den gestrigen Tag kaum erwarten: Endlich ist er ein Schulkind! Der erste Tag war besonders aufregend für den Knirps aus Schwarzenau. Bepackt mit Schultüte und Ranzen marschierte er mit Mama Sonja zur Schwarzachhalle, wo nicht nur alte Freunde, neue Kameraden und Lehrer auf ihn warteten: Sogar drei waschechte Polizisten waren da, um den Kindern knallgelbe Westen umzuhängen. "Ich mag gelb, das ist eine tolle Farbe", war Toni vollauf begeistert.

Hauptkommissar Alfons Saugel, der bei der Kitzinger Polizei gemeinsam mit Norbert Müller für die Verkehrserziehung zuständig ist, hofft, dass die Sicherheitswesten allen ABC-Schützen so gut gefallen. "Sie müssen sie natürlich anziehen, damit sie gesehen werden." Bei der gestrigen Auftaktveranstaltung der Verkehrssicherheitsaktion "Sicher zur Schule - sicher nach Hause" bekamen die Eltern darum die Hausaufgabe, darauf zu achten, dass die Kinder immer gut ausgerüstet in den Morgen starten. "Außerdem sollten sie die Kinder rechtzeitig losschicken", mahnt Saugel.

Wenn sie sich beeilen müssen, sind Kinder besonders unaufmerksam und bringen sich selbst und andere leicht in Gefahr. Dass der Schulweg vorher eingeübt sein muss, verstehe sich von selbst - wobei nicht immer der kürzeste der beste ist. In großen Orten trainieren Saugel und Müller zum Teil den Schulweg mit den Kindern. "Die Polizei kann aber nicht alles machen - hier sind die Eltern gefordert."

Richtiges Verhalten am Bus

Da Toni von Schwarzenau nach Schwarzach in die Schule muss, fährt er mit dem Bus. "Der Weg zur Haltestelle ist aber relativ weit, deshalb haben wir ihn oft geübt", erklärt seine Mutter. Und dass der Sechsjährige an der Bushaltestelle nicht drängeln darf, weiß er auch schon ganz genau. "Darauf haben Lotsen und Busfahrer natürlich auch ein Auge", weiß Saugel.

Der Leiter der Kitzinger Polizeidienststelle, Harald Hofmann, appelliert außerdem an alle Verkehrsteilnehmer, auf die Kinder als die Schwächsten im Straßenverkehr besonders Rücksicht zu nehmen. "Wir werden jetzt zum Schulanfang verstärkt an den Schulwegen kontrollieren, dass niemand zu schnell fährt und ob Eltern wie Kinder in den Autos angeschnallt sind." Die Erwachsenen müssten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein - auch als Fußgänger und Fahrradfahrer. "Es gibt auch Helme für Erwachsene und die Ampeln gelten für sie ebenso wie für Kinder."

Im vergangenen Jahr haben die Appelle und Maßnahmen offenbar gefruchtet: Nur zwei Schulwegunfälle hat es 2011 im Landkreis Kitzingen geben. "Das sind schon sehr wenige - aber es ist immer noch verbesserungswürdig", sagt Saugel. Denn jedes verletzte Kind ist eines zu viel. Die Bedeutung von Schulweghelfern sei dabei gar nicht hoch genug einzuschätzen. "Wichtig sind sichere Straßenübergänge - und es gibt nichts wirksameres als Lotsen." Darum hofft der Polizist auf weitere Unterstützung: "Wir haben viele engagierte Eltern und Schüler - könnten aber noch mehr Erwachsene brauchen, die sich als Lotsen zur Verfügung stellen."

Gemeinsam geht's leichter

Da gemeinsam alles leichter geht und eine Gruppe besser gesehen wird, als einzelne Kinder, könnten sich Schüler für den Schulweg auch verabreden, rät Saugel. Sinnvoll ist dabei, wenn ABC-Schützen von erfahrenen Schülern höherer Klassen begleitet werden. Bei Toni ist auch das kein Problem: "Mein Bruder Hannes ist schon lange in der Schule. Jetzt können wir zusammen hingehen."

Wenn alle Kinder so gut gerüstet sind, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.