Emanuel Katzmann war Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg und bekam verschiedene Auszeichnungen. Im Gedenken an den ehemaligen Kitzinger – einst Vorsitzender der jüdischen Gemeinde – und seine Familie wurden am Samstag in der Kitzinger Bismarckstraße fünf Stolpersteine verlegt.

Ein Dutzend Menschen hatten sich vor dem Anwesen Bismarckstraße 3 versammelt, als der Aktionskünstler Gunther Demnig zur Tat schritt und fünf weitere Stolpersteine in Kitzingen verlegte. Damit will er an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Die Stolpersteine sind würfelförmige Betonsteine mit einer individuell beschrifteten Messingplatte. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer in den Belag des Gehwegs eingelassen. Mittlerweile finden sich 50 000 Steine in Deutschland und 18 weiteren europäischen Ländern.

In Kitzingen sind es die Steine Nummer 69 bis 74. Claudia Gonschorek, Mitglied des Vorstands des Kitzinger Fördervereins ehemalige Synagoge, begleitet die Verlegung der Stolpersteine in Kitzingen seit 2004. Sie verlas die Lebensdaten der fünf Mitglieder der Familie Emanuel und Frida Katzmann und zitierte aus dem Gedenkbuch von Michael Schneeberger über die vertriebenen und ermordeten Kitzinger Juden.

1920, nach der Heirat mit Frieda Mandelbaum, kam Emanuel Katzmann nach Kitzingen, wo er in den 1940er Jahren Vorsitzender der jüdischen Gemeinde wurde. Bei der Deportation der Kitzinger Juden am 24. März 1942 wurde er gezwungen als jüdischer Transportleiter zu fungieren. Neben dem Ehepaar erinnern die Gedenksteine auch an ihre Kinder Jette, Gert Gerson und Gertrude, die Deutschland nicht rechtzeitig verlassen konnten und am 24. März 1942 von Kitzingen aus nach Izbica bei Lublin deportiert wurden.