Das traditionelle Waldfest des TSV Iphofen, längst ein Fixum im Iphöfer Veranstaltungskalender, folgt einem jahrzehntealten Ritual: An Christi Himmelfahrt beginnt der Festreigen stets mit einem Freiluftgottesdienst, ehe dann am Austragungsort – seit langem das Freizeitgelände am Ringsbühl – das eigentliche Fest steigt. Heuer durfte man nach zwei Jahren pandemiebedingter Zwangspause zur Tradition zurückkehren – und zugleich einen Meilenstein in der Vereinshistorie feiern: Nach mehr als 100 Jahren "im Dienst" wurde die bisherige Vereinsfahne in den Ruhestand verabschiedet und vor großer Kulisse ein Nachfolger geweiht.

Gut 170 Menschen aus dem Pastoralraum Weinland – er umfasst den früheren Seelsorgebereich Iphofen-Seinsheim-Willanzheim – waren am Christi Himmelfahrts-Morgen nach Iphofen gekommen, um den Gemeinschaftsgottesdienst in der schönen wie stimmungsvollen Natur des Ringsbühl-Areals zu feiern. Höhepunkt des Gottesdienstes, den Pfarradministrator Dr. Adam Was (Iphofen) gemeinsam mit Pfarrer i.R. August Popp (Willanzheim) sowie Pater Wilson Packiam (Seinsheim) zelebrierte, war die Weihe der neuen TSV-Fahne. Eine schöne Geste: Pfarrer Dr. Was bat die zahlreichen Kinder, die mit ihren Familien zum Gottesdienst gekommen waren, an den Altar, damit sie ihm bei der Segnung assistieren konnten. Iphofens Feuerwehrkapelle unter Leitung von Dieter Lenzer, zugleich 1. Bürgermeister der Weinstadt am Fuße des Schwanbergs, untermalte die Fahnenweihe mit dem Weihelied "Lobe den Herren".

Die 1. Vorsitzende des TSV Iphofen, Martina Bernhardt, erläuterte den Gottesdienstbesuchern Hintergründe zur Gestaltung der taufrischen Fahne, für die man die TSV-Vereinsfarbe Blau mit Silber kombiniert habe, um eine starke Strahlkraft zu erzielen. Stilisierte Weintrauben symbolisierten die Verbundenheit des Vereins zur Weinstadt Iphofen. Und auch der Gründergeist, in dem der TSV Iphofen 1907 entstand, fand symbolischen Niederschlag: Auf der Rückseite prangt das "Turnerkreuz", zusammengesetzt aus vier Buchstaben f, die für den Wahlspruch der Turner stehen: Frisch, fromm, fröhlich, frei.

In seinem Grußwort ging Gemeindeoberhaupt Dieter Lenzer auf seine Erlebnisse im größten Verein der Kommune ein, die mit "Bubenturnen" begonnen hätten, danach in "Männersport" übergegangen seien und beim jährlichen Ablegen des Sportabzeichens aktuell blieben. Dieter Lenzer würdigte das vielfältige Angebot des Vereins und wünschte der Organisation alles Gute für die Zukunft.

Das Waldfest im Anschluss an den Gottesdienst geriet zu einem großen Erfolg. Bei sonnigem Wetter genossen mehrere hundert Besucher das kulinarische Angebot, viele Familien nutzten zudem das erstmals präsentierte Spielangebot. Zudem brach Maria Halbleib mit Interessierten zu einer Kräuterführung in die nahe Natur auf.

Von: Stephan Krückel (Pressearbeit, TSV 07 Iphofen)