Nichts ist aktuell so wie es mal war – und dennoch geht Heinrich Kresken die neue Leitung der Volkacher Theaterringe optimistisch an. Nachdem Friedl Albert sein Amt niedergelegt hat, steht Kresken an der Spitze der Kultureinrichtung, die mittlerweile über 50 Personen zählt. In der vergangenen Spielzeit haben 250 Theaterfreunde neun Vorstellungen des Mainfrankentheaters Würzburg besucht – bis die Corona-Pandemie dem Ganzen ein jähes Ende setzte. Im November wollen die Theaterringe ihre Fahrten endlich wieder aufnehmen – vorausgesetzt, es kommt zu keinem neuen Lockdown.

Herr Kresken, Sie treten die Nachfolge von Friedl Albert an, der den Volkacher Theaterring 65 Jahre lang geleitet hat. Was hat Sie dazu animiert?

Heinrich Kresken: Es gab mehrere Gründe. Ich gehe gern ins Theater oder in die Oper. Seit Jahren besuche ich auch das Mainfrankentheater – zuletzt mit einem Abonnement bei Herrn Albert. In den letzten Jahren habe ich Friedl Albert gelegentlich schon vertreten. Als er den Wunsch geäußert hat, die Ringleitung abzugeben, habe ich mich gern zu seiner Nachfolge bereit erklärt – obwohl ich weiß, dass die Fußstapfen sehr groß sind.

Den Theaterring gibt es seit 66 Jahren. Für alle, die nicht wissen, was genau dahintersteckt, können Sie das kurz erklären?

Heinrich Kresken: Es handelt sich im Grunde gleich um zwei Ringe, denn wir bieten zwei verschiedene Theater-Abonnements an. Das eine Abo besteht aus sieben Aufführungen an Sonntagnachmittagen, das zweite mit acht Terminen an Samstag- oder Sonntagabenden. Zusätzlich zu den Theaterkarten bieten wir den Abonnenten einen Bustransfer. Der Bus wird von Volkach aus gechartert und fährt bis vors Theater. Nach der Vorstellung steht er dann wieder davor, um alle wieder heim zu fahren. Während der Hinfahrt hört man bereits eine Einführung in das Stück. Die Busroute berücksichtigt, soweit möglich, sogar die Wohnorte der Teilnehmer. Die organisatorische und finanzielle Abwicklung der Theaterringe hat dankenswerterweise die Volkshochschule übernommen.

Man muss also Abonnent sein, um an den Fahrten teilzunehmen? Oder kann man auch nur einzelnen Fahrten buchen?

Heinrich Kresken: Grundsätzlich kauft man das komplette Abonnement. Damit sind schließlich auch Vorteile verbunden: Es gibt bis zu 20 Prozent Ersparnis gegenüber der Einzelkarte, man hat immer denselben Platz im Theater, genießt eine bequeme Hin- und Rückfahrt und kann sich auf volle Planungssicherheit verlassen. Der Abo-Ausweis ist jedoch übertragbar. Das heißt: Wenn ich einmal verhindert bin, kann ich ihn gerne einem anderen Interessenten überlassen.

Ihr Start im „Corona-Jahr“ ist natürlich alles andere als normal. Wie gestaltet sich die neue Saison?

Heinrich Kresken: In der Spielzeit 2020/21 ist tatsächlich alles anders. Das „Große Haus“ des Mainfranken-Theaters wird renoviert, als Spielstätte dient aktuell die „Blaue Halle“ in der Dürrbachau. Aber auch dort können unter Corona-Bedingungen keine Abonnements angeboten werden. Das Theater hat zunächst nur einen Spielplan bis Januar 2021 erstellt. Daraus bieten wir jetzt „als Ersatz“ je zwei Nachmittags- und Abendvorstellungen an – wie gewohnt mit Bustransfer.

Was würden Sie sich denn für die Zukunft der Volkacher Theaterringe wünschen?

Heinrich Kresken: Es wird mir nicht vergönnt sein, wie Friedl Albert die Theaterringe 65 Jahre lang zu leiten. Ich möchte aber seine Begeisterung für das Theater weitertragen, die bisherigen Abonnenten gut betreuen und möglichst neue hinzugewinnen. Dabei denke ich auch an jüngere Interessenten, die wir zum Beispiel über Internet und Facebook erreichen wollen. Mein größter Wunsch ist aber, möglichst bald wieder vollständige Abonnements unter „normalen Bedingungen“ anbieten zu können.

Der Theaterring

Nachmittagsvorstellungen: „Garten der Lüste“, Zauberoper von Georg Friedrich Händel, basierend auf seiner Oper „Rinaldo“ am Samstag, 7. November, um 17 Uhr; „Rufen Sie Herrn Plim“, Kabarettistische Opern-Revue von Mischa Spoliansky, am Sonntag, 17. Januar, um 18 Uhr.

Abendvorstellungen: „Die Physiker“, Komödie von Friedrich Dürrenmatt, am Samstag, 21. November, um 20 Uhr;

„Der arme Matrose“, szenisch-musikalische Reise mit Musik von Beethoven, Schubert, Schostakowitsch u.a., am Sonntag, 31. Januar, um 20 Uhr;

Info und Anmeldung: Geschäftsstelle der Volkshochschule Volkach, Marktplatz 1 (Rathaus), Sigrid Klemenz, Tel. 09381/40128, Email: Sigrid.Klemenz@volkach.de

Theaterring-Leiter Heinrich Kresken, Tel. 09381/718272, Email: heinrich.kresken@ web.de