Das "Superwahljahr 2013" und die Kommunalwahl 2014 werfen bereits ihre Schatten. Im Herbst finden Landtags- , Bezirkstags- und Bundestagswahlen statt, im Frühjahr 2014 folgen in Kitzingen die Kommunalwahlen, bei denen auch der Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt bestimmt wird. Vor all diesen Entscheidungen wollen die jeweiligen Kandidaten möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich lenken. Gut und vergleichsweise günstig geht das durch Wahlplakate. Doch nicht jedem gefällt die wilde Plakatiererei in der Stadt. Dass es aber gar nicht so leicht ist, diese einzudämmen, wurde im Kitzinger Stadtrat ganz deutlich.

Die SPD-Fraktion hatte sich Gedanken gemacht, wie man es vermeiden könnte, dass Bäume, Lichtmasten, Verkehrsschilder und Zäune monatelang mit Wahlwerbung "verziert" werden. Dr. Brigitte Endres-Paul, die Fraktionsvorsitzende, beantragte, dass die Stadt Kitzingen vor Europa-, Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen große Anschlagtafeln an zentralen Orten aufstellen soll, die ausschließlich für Wahlplakate bestimmt sind. Laut Antrag sollte die Werbefläche pro Partei oder Wählergruppe auf einen Quadratmeter beschränkt werden und die Plakate dürften frühestens sechs Wochen vor dem Wahltermin angebracht werden.

Eine Anschlagtafel von rund 20 Quadratmetern Größe würde laut Verwaltung Kosten zwischen 3500 und 5000 Euro verursachen, da ein gewisser Sicherheitsstandard erfüllt sein müsste. Mindestens zehn Tafeln wären erforderlich. Auf Grund dieses enormen Aufwandes sowie der Tatsache, dass die Sechs-Wochen-Frist möglicherweise nicht bei jeder Wahl ausreiche, lehnte die Verwaltung den Antrag ab.

Welcher Kopf hängt wo?

Ganz praktische Probleme führte Jutta Wallrapp (FBW-FW) an. "Welches Plakat darf auf der großen Tafel wo aufgehängt werden?", fragte sie und machte deutlich, dass wohl allen "rechts oben" lieber wäre als "links unten". Dieser These widersprach niemand.

Hugo Weiglein (CSU) brachte zudem ein weiteres Argument ein: Von überörtlichen Stellen könnten Großflächenplakate alles andere als Begeisterung wecken. Letztendlich stimmten nur 7 Räte für den SPD-Antrag, 21 waren dagegen. Damit bleibt die Plakatierungsverordnung unangetastet. Und den Kitzinger stehen heuer im Herbst und im Frühling 2014 reich "geschmückte" Straßen und Plätze bevor.