Die Marktgemeinde Schwarzach strebt eine Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde La Chapelle-en-Serval an. Am Wochenende war eine erste Delegation zu Gast.
Die Marktgemeinde Schwarzach strebt eine Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde La Chapelle-en-Serval an. Am Wochenende war eine erste Delegation zu Gast.
„Das hätte nicht schöner sein können“, war ein oft gehörter Satz beim Besuch der neuen französischen Freunde. Und dies bezog sich nicht nur auf das überraschend gute Wetter am Samstag. „Wir haben ein wunderschönes Wochenende hier erlebt“, schwärmte La Chapelles zweite Bürgermeisterin Marion Le Maux. Sie war sichtlich beeindruckt vom herzlichen Empfang und der Art und Weise, wie Schwarzach sich seinen Gästen präsentierte: Den Auftakt zum offiziellen Programm machte ein Stehempfang auf dem Marktplatz mit einem Platzkonzert der Schwarzenauer Musikanten.
Gekommen waren die, die sich aktiv für eine Kommunalpartnerschaft einsetzen: Eine ganze Reihe an Gemeinderäten, ein Dutzend Vertreter der örtlichen Vereine, des Egbert-Gymnasiums und eine Schar interessierter Schwarzacher Bürger. Darunter auch die mittlerweile zehn Mitglieder des hiesigen Partnerschaftskomitees.
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Bürgermeister Volker Schmitt stellte den Franzosen im Ratssaal des Langhauses die Marktgemeinde vor. Neben vielen Daten und Fakten präsentierte er auch die sechs Schwarzacher Ortsteile in typischen Ansichten. Nach einem fränkischen Mittagessen machten sich die Gäste auf Sightseeing-Tour, um eigene Eindrücke zu gewinnen. Dabei lernten sie als erstes das örtliche Gewerbegebiet von seiner leckersten Seite kennen: bei der Firma Art of Chocolate wurde schnell klar, dass die Franken nicht nur Weingenießer sind.
Ein ganz neues Erlebnis war für die Gäste das Brotbacken im großen Dorfbackofen in Gerlachshausen. „So etwas gibt es bei uns wirklich nicht“, staunten sie. Klar, dass einige Laibe des frischen Holzofenbrotes mit nach Frankreich reisten. Auch das Aufstellen des Maibaumes war für sie ein völlig unbekannter Brauch. Doch nicht nur kulturell und kulinarisch könnten sich die beiden Orte zukünftig bereichern.
So sind sich beide Kommunen durchaus ähnlich, etwa mit ihren Gruppierungen. So hat La Chapelle-en-Serval auch Pfadfinder, eine Rot-Kreuz-Gruppe, einen sehr aktiven Fußballverein und eine Musikschule mit Bands und Ensembles sowie eine Feuerwehr. Nur eine Blaskapelle wird man dort vergeblich suchen. Die Schwarzacher gaben ihren Gästen Informationen und Kontaktdaten der interessierten örtlichen Vereine mit. Die werden in den nächsten Wochen gespannt auf eine Antwort aus Frankreich warten.
Eine tragende Säule der Partnerschaft würde die Beziehung zwischen den örtlichen Schulen sein. So lernen im französischen College du Servois bis zu einem Drittel der Schüler freiwillig Deutsch als zweite Fremdsprache, berichtete Lehrer Julien Desirest. Manche von ihnen waren auch schon zu gemeinsamen Projekten im Egbert-Gymnasium. Dass sich viele der Chapellois, wie sich die Bürger La Chapelle-en-Servals selbst nennen, so für Deutschland interessieren, liege auch am nahen Flughafen.