Ein Rekord-Juli mit Sonne satt

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Der Juli war weltweit der heißeste seit Beginn der globalen Wetteraufzeichnungen vor 135 Jahren. Foto: Arno Burgi/Archiv
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Nicht nur in Franken und vor allem in Kitzingen wird der Juli mit seinen schweißtreibenden Temperaturen in Erinnerung bleiben. Auch weltweit gesehen geht der vergangene Monat in die Wettergeschichte ein.

Nicht nur in Franken und vor allem in Kitzingen wird der Juli mit seinen schweißtreibenden Temperaturen in Erinnerung bleiben. Auch weltweit gesehen geht der vergangene Monat in die Wettergeschichte ein. Nach Angaben des US-Wetteramtes NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) war es seit Beginn der globalen Aufzeichnungen vor 135 Jahren noch nie so heiß wie im Juli 2015.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach steht der Juli hierzulande jedoch an sechster Stelle; den bislang wärmsten gab es in Deutschland im Jahr 2006. „Bei statistischen Darstellungen muss man immer die Basis beachten und was beschrieben worden ist“, sagt DWD-Meteorologe Gerhard Lux. Es sind Mittelwerte. So betrug laut NOAA die Durchschnittstemperatur im Juli weltweit 16,61 Grad Celsius. Das sind 0,08 Grad mehr als im Juli 1998, er war bislang der Rekordhalter. Insgesamt habe der Juli heuer 0,81 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts gelegen. Zudem sei auch das erste Halbjahr 2015 weltweit das heißeste seit 1880 gewesen.

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Ein Vergleich mit Deutschland, wo seit 1881 das Wetter aufgezeichnet wird: Dort lag nach Informationen des DWD die Durchschnittstemperatur im Juli bei 19,5 Grad.

Was den Kitzingern unbenommen bei allen Zahlenangaben und Trends bleibt, sind gleich zwei Extreme beziehungsweise bundesweite Hitzerekorde: am 5. Juli und 7. August mit jeweils 40,3 Grad. Bereits beim Spitzenwert im Juli hatte der Fotograf Hans Will die Idee, eine Postkarte zu entwerfen. „Kitzingen am Main – Wärmster Ort Deutschlands“: Dieser Schriftzug „schwebt“ im Himmel über der Stadt am Main. Zwei kleinere Fotos zeigen das Schwimmbad und Wohnmobile auf dem Campingplatz. „Es sind nur noch wenige Karten erhältlich“, sagt Will, der sich auch mit dem Gedanken trägt, ein „heißes“ T-Shirt zu kreieren mit „40,3“ als Hauptmotiv.

Vielleicht ist der Kitzinger Hitzerekord ja so langlebig wie der deutsche Kälterekord von Hüll, einem Ortsteil von Wolnzach in Oberbayern. Dort wurden am 12. Februar 1929 minus 37,8 Grad gemessen.

Der August 2015 wird in Deutschland kein Rekordmonat, meint Gerhard Lux. „Bis vor einigen Tagen lag er noch auf Platz zwei“, nach den nun kühleren Temperaturen nicht mehr. Er reicht nicht an den August 2003 heran. Überhaupt war laut Gerhard Lux der Sommer 2003 „so außergewöhnlich“, dass er seinen deutschlandweiten Spitzenplatz wohl noch länger behalten wird.

Entscheidend bei all diesen Werten sind die Schlussfolgerungen, die aus allen Wetterbeobachtungen gezogen werden können: „Der Trend zu einem wärmeren Klima ist ungebrochen“, fasst der Deutsche Wetterdienst die Entwicklung zusammen, „auch wenn in der Gesamtkurve Schwankungen im Temperaturverlauf auftreten“, so Lux. Und nicht allein Kohlendioxid treibe diesen Effekt nach oben, sondern auch andere Schadgase. Mit Infos von dpa