Da ist wohl derzeit einiges an Sand im Getriebe der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen: In der Ratssitzung in Mainstockheim am Donnerstagabend fehlten zu zwei Tagesordnungspunkten Unterlagen, von denen Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs ausgegangen war, dass sie den Räten vorliegen. Erst als er seine Pläne durch die Ratsreihen gereicht hatte, konnte abgestimmt werden.

Eine Verzögerung, die Fuchs eigentlich hatte vermeiden wollen. Denn zu Sitzungsbeginn hatte der Bürgermeister den Rat aufgefordert, die Punkte zügig abzuhandeln, da "nach gefühlt zweieinhalb Jahren zum ersten Mal die Möglichkeit besteht, nach der Sitzung wieder einen Dämmerschoppen zu trinken". Die Gastronomie der Mehrzweckhalle, in der die Ratssitzung stattfand, hatte am Abend geöffnet.

Bessere Zusammenarbeit zwischen Nachbargemeinden

Vor dem Dämmerschoppen galt es allerdings einige Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Auch wenn das üblicherweise Routine ist: Die Stellungnahme zum neuen Dettelbacher Bebauungsplan "Bromberg" dauerte dann doch etwas, da es aus dem Gremium durchaus interessante Anregungen gab, die über den Verwaltungsvorschlag, es seien keine Belange der Gemeinde betroffen, hinaus gingen.

Etwa Günter Voit, der eine bessere Prüfung der Pläne durch die Verwaltung etwa auf Auswirkungen auf den Verkehr im Ort sehen möchte. So fahren durch die zentrale Traubenannahme der GWF in Repperndorf deutlich mehr Bulldogs als früher durch den Ort, worauf im Vorfeld nie hingewiesen wurde. Peter Brandner würde gerne eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Nachbargemeinden sehen. Da sind Mainstockheim und Dettelbach in einer Allianz verbunden, aber Themen wie Versiegelung oder auch Verkehr würden doch immer getrennt behandelt, so Brandner. Zudem ist für ihn ein Bebauungsplan mit Einfamilienhäusern "aus der Zeit gefallen", diese Neubaugebiete würden "derzeit überall aus dem Boden sprießen".

Einwände würden, so der Bürgermeister, wenn es Sinn mache, von Seiten der Verwaltung durchaus vorgebracht und hätten dann auch Einfluss, wie ein Beispiel aus Kitzingen am Etwashäuser Bahnhof zeige. Ansonsten möchte der Bürgermeister die Verwaltung wohl nicht mit allzu viel Arbeit belasten.

Erste-Hilfe-Kurs statt Defibrillatoren

Für längere Diskussion sorgte der Vorschlag, zusammen mit anderen VG-Gemeinden Defibrillatoren anzuschaffen. Schon 2015 wurde das im Rat heftig diskutiert und vom damaligen Ratsmitglied und Arzt Mohammad Ahmadi "vehement abgelehnt", so Fuchs. Ahmadis Vorschlag: Die Räte sollten gemeinsam einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, was allerdings nicht geschehen ist, aber baldmöglichst nachgeholt werden soll. Der Vorschlag von Michael Schwarz, zumindest für die Mehrzweckhalle einen Defibrillator anzuschaffen wurde bei drei Gegenstimmen abgelehnt.

Wie der Bürgermeister informierte, ist der Spielplatz am Mühlenweg fertig und vom TÜV abgenommen, einzig der Rasen muss noch anwachsen, eh die Eröffnung erfolgt.

Beim nächsten Ortstermin der Rätin und der Räte soll nach weiteren Möglichkeiten für Urnengräber auf dem neuen Friedhof gesucht werden.

Rund um die Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung geht es bei einem Vortrag der AWO Mainstockheim am 29. Oktober um 14 Uhr im Restaurant am Sportplatz, bei dem auch der "Kaffeeklatsch" nicht zu kurz kommt, so Ratsmitglied Othmar Röhner.