Die kräftig steigenden Gebühren für Hausmüll und Bauschutt ab 2021, wie sie der Kreistag im Dezember beschlossen hat, sind Anlass zur Sorge für die CSU-Kreistagsfraktion im Hinblick auf die weitere mittelfristige Entwicklung der Gebührenbelastung der Landkreisbevölkerung, teilt die CSU mit. Die Gründe für die Erhöhung der Gebühren im nächsten Jahr sind Veränderungen der Marktereignisse, die von der Landkreisverwaltung hinreichend vorgetragen und begründet wurden. Mit Blick auf die Neuerungen beim Recyceln von Wertstoffen sind sich die Mitglieder der CSU-Fraktion unter ihrem Sprecher Werner Knaier aber einig, sollten mittels kluger Konzepte neue Wege der Müllverarbeitung erarbeitet werden.

Die CSU im Kreistag wünscht sich 2021 noch mehr mit den Themen Wiederverwendung und der Energie von Wertstoffen zu beschäftigen. Verschiedene Ansätze seien dafür in der CSU-Fraktion in den letzten Wochen bereits angeschnitten worden. „Wir profitieren enorm davon, dass wir Kreis- und Landespolitik verknüpfen, so leichter über den Tellerrand aktueller Gebührendebatten hinausdenken und zusammen mit der Landtagsabgeordneten und Kreisrätin Barbara Becker Projekte und Fördermittel in den Landkreis holen können“, so Knaier. Diese konstruktive Arbeit wirke zum Teil so gut, dass CSU-Anträge wiederholt von der Kreisverwaltung ohne Behandlung übernommen würden.

„Nur wer tragfähige Konzepte für eine nachhaltige Zukunft hat, kann die Bürger und Kommunen entlasten“, unterstreicht Stefan Güntner. Dies betreffe unter anderem den Klärschlamm. Hier geht es dem Kitzinger Oberbürgermeister und CSU-Kreisrat darum, wie man Klärschlamm und Gärreste aller Reinigungsanlagen im Landkreis, die aktuell noch teuer entsorgt werden müssen und Deponieraum füllen, künftig anders nutzen kann.

„Wir hatten hier schon spannende Diskussionen mit Professoren des Fraunhofer-Instituts“, berichtet Landtagsabgeordnete Barbara Becker. In den vergangenen Jahren wurde die sogenannte „TCR-Technologie“, die biogene Rest- und Abfallstoffe in speicherbare Energieträger umwandelt, zur Marktreife entwickelt. In den Reaktoren können aus Bioabfällen wie Klärschlämmen, Gärresten, aber auch Mähgut, Wasserstoff und grüne Kraftstoffe gewonnen werden. Hierzu kündigt die CSU-Kreisvorsitzende an, mit der CSU-Kreistagsfraktion im Frühjahr eine Pilot-Anlage des Fraunhofer-Instituts im Kreis Amberg zu besuchen.

Auch beim Straßenbau erkennt die CSU noch mehr Potential, Ressourcen und gleichzeitig Deponieraum zu schonen. Otto Hünnerkopf hatte mit der CSU-Landtagsfraktion bereits 2016 erfolgreich im Landtag durchgesetzt, dass bei Tiefbauprojekten Recyclingbaustoffe gleichberechtigt verwendet werden können. „Wir werden hier in Zukunft bei Kreisstraßen genauer hinsehen, zumal wir auch Unternehmen mit Expertise auf diesem Feld im Landkreis haben“, so Kreisrat Dieter Haag.