Bürokratische Hürden bei Heckenpflege: Anträge zurückgezogen

1 Min
Hecken müssen auch in freier Natur regelmäßig zurückgeschnitten werden. Die Gemeinde Waldbüttelbrunn übergibt die Heckenpflege nun dem Landschaftspflegeverband Würzburg.Foto: Elfriede Streitenberger
Elfreide Streitenberger

Der Landschaftspflegeverband in Kitzingen beklagt sich über hohe Auflagen, bei der Heckenpflege. Viel Förderanträge wurden als unzureichend abgelehnt.

Die Pflege von Hecken oder von Ausgleichsflächen beispielsweise für Deponien oder die Mahd in Biotopen sind Aufgaben, denen sich der Landschaftspflegeverband widmet – ein Zusammenschluss von Naturschutzverbänden, Land- und Forstwirten und Kommunen, wie es ihn im Kreis Kitzingen seit 25 Jahren gibt.

Bei der Mitgliederversammlung im Landratsamt wurde der Vorstand wiedergewählt und es wurde über laufende Arbeiten berichtet.

Geschäftsführer Markus Schmitt sagte, auf sechs Kilometer Länge wurden Amphibienschutzzäune aufgestellt. Ergebnis: Rund 9000 Tiere wurden an den Laichgebieten bei Straßenübergängen gezählt. Die Population sei nicht zurückgegangen.

In den Naturschutzgebieten wurde der Aufwuchs von Eiche und Ginster dort beseitigt, wo er Trockenrasengebiete und Flechten zu überwuchern drohte. Durch den geringeren Niederschlag musste weniger gemäht werden. In der Fledermausbetreuung wurden Quartiere kartiert und optimiert sowie 30 neue Niststellen geschaffen.

1#googleAds#100x100

Für die Heckenpflege wurden Arbeiten mit einem Volumen von 22 000 Euro beantragt. 55 Anträge gingen an das Amt für Landwirtschaft; jedoch wurden die Unterlagen vielfach als unzureichend zurückgegeben. Geschäftsführer Schmitt beklagte ebenso wie Landrätin Tamara Bischof zu hohe bürokratische Auflagen, die die Arbeit erschwerten. Deswegen soll nun mit Abgeordneten gesprochen werden. „Wir haben fast die Hälfte der Anträge zurückgezogen, das ist sicher nicht Sinn der Sache“, ärgerte sich Bischof und will nun auch Kontakt mit anderen Pflegeverbänden aufnehmen. An Ersatz- und Ausgleichsflächen in Mainstockheim, Buchbrunn, am Sonnenstuhl in Hoheim, an der Eherieder Mühle bei Kitzingen, in Schwarzenau und an den Deponien Nenzenheim und Neuses am Berg fanden Pflegemaßnahmen statt.

Im Landkreis wurde eine Steuerungsgruppe gebildet, die den Pflegebestand erhebt, feststellt, was noch zu tun ist und was an Besonderheiten vorhanden ist. Fest stehe: Es fehlt eine Umweltstation.

Ein Jugendsozialprojekt zusammen mit der Kitzinger Arbeitsloseninitiative Aplawia wurde als Pilotprojekt gefördert. Es soll Natur- und Pflegearbeiten näher bringen. Beim Auftakt in Brück wurde eine Elsbeere gepflanzt, außerdem wurden Nistkästen gebaut und Insektenhotels angelegt. Auch ging es auf Fledermauswanderung, an der 18 Jugendliche teilnahmen.

Kassenprüfer Jochen Kramer berichtete über den Stand von 272 Mitgliedern: neben dem Landkreis sind das die 31 Gemeinden, 18 Privatpersonen, 205 Landwirte und 17 Körperschaften und Verbände.

Wahlen: 42 stimmberechtigte Mitglieder bestätigten für weitere drei Jahre diesen Vorstand: Vorsitzende (kraft Amtes): Landrätin Tamara Bischof; Stellvertreter: Peter Krämer, Alois Kraus; Gemeindevertreter: Erich Hegwein, Ernst Nickel, Ingrid Reifenscheid-Eckert; Vertreter der Land- und Forstwirtschaft: Alois Kraus, Harald Dennerlein, Karl-Heinz Ott, Herbert Pfriem; Vertreter des Naturschutzes: Peter Krämer, Robert Endres, Klaus Damme, Klaus Petter; Vertreter des Naturparks Steigerwald: Rüdiger Eisen; Rechnungsprüfer: Rudolf Bender, Jochen Kramer.