Das Tierheim Kitzingen braucht Geld. Das sollen die Gemeinden geben, die für Fundtiere verantwortlich sind. Über die Finanzierung diskutierten nun die Bürgermeister.
Bei der Kreisverbandsversammlung des Bayerischen Gemeindetags trafen sich die Bürgermeister aus dem Landkreis Kitzingen im Seinsheimer Ortsteil Tiefenstockheim. Hauptthema war dabei die Finanzierung des Tierheims, dessen laufende Kosten für die Unterbringung von Fundtieren nicht durch die von den Gemeinden zur Verfügung gestellten Mittel abgedeckt werden.
„Die Gemeinden haben die Plicht, Fundtiere zu versorgen“, sagte Gerd Menche, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Kitzingen, der Träger des Tierheims ist. Diese Aufgabe übernehme im Landkreis der Tierschutzverein. So hätte man im Jahr 2016 160 Fundtiere aufgenommen, wodurch Kosten von 72 760 Euro entstanden seien. Von den Gemeinden habe man aber nur 17 860 Euro erhalten, 20 Cent pro Einwohner. Fast 55 000 Euro weniger als benötigt hätten die Kommunen so gezahlt. „Wir können das durch Spenden und Mitgliederbeiträge in keiner Weise ausgleichen“, ergänzte Menche.
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Kitzingen fordert eine einheitliche Regelung
Eine grundsätzliche Erhöhung der Mittel fand in der Runde der Bürgermeister große Zustimmung. „Das Tierheim hat uns über die Jahre sehr geholfen“, sagte Josef Mend, der Bürgermeister von Iphofen. Siegfried Müller, Oberbürgermeister von Kitzingen, sprach sich dafür aus, die Anpassung auf einen Euro vorzunehmen. „Das sollte aber dann einheitlich sein“, sagte er. So sollten seiner Meinung nach alle Gemeinden der Anpassung zuzustimmen.
Volkachs Bürgermeister Peter Kornell regte an, die Finanzierung des Tierheims über den Landkreis abzuwickeln. Davon wenig überzeugt zeigte sich neben einigen von Kornells Kollegen auch Landrätin Tamara Bischof, die als Vertreterin des Kreises nach Tiefenstockheim gekommen war. Grundsätzlich kritisch gegenüber der Summe von einem Euro pro Bürger äußerte sich Josef Mend. Dieser will in seinem Stadtrat lediglich eine Erhöhung auf 50 Cent vorschlagen.
Zu einer Einigung über die Finanzierung des Tierheims fanden die Bürgermeister nicht. Der Tierschutzverein solle genaue Zahlen über seine Kosten vorlegen, dann wolle man in der nächsten Sitzung eine Beschlussempfehlung an die Gemeinden herausgeben. Ebenfalls nicht entschieden wurde über ein weiteres Problem des Tierheims: Es muss den Standort wechseln, da das derzeitige Gebäude durch darunter verlaufende Stollen instabil wird.
Tierschutzverein kann die Baukosten nicht tragen
Auch eine Sanierung mit einer Verfüllung der Stollen wäre denkbar. In beiden Fällen würden aber Kosten von ein bis zwei Millionen Euro auf den Tierschutzverein zukommen, die dieser nicht übernehmen kann. Deshalb ist er auf die Unterstützung der Kommunen angewiesen und fordert neben der Kostenerstattung eine Finanzierung des Neubaus.
„Wir sitzen doch alle im selben Boote“, sagte Iris von Crailsheim, die zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, nach der Sitzung. „Ohne Tierheim geht es nicht. Und mit 50 Cent kommen wir einfach nicht hin.“ Auch wolle man den Tieren keinen Luxus bieten, vielmehr gehe es darum, sie artgerecht unterzubringen. Glücklich zeigte sich von Crailsheim über die positive Reaktion des Kitzinger Oberbürgermeisters. „Das hat uns sehr gefreut“, sagte sie.