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Würzburg

Brandstiftung in Wiesentheid: Angeklagter belastet sich selbst

Ein 35-Jähriger aus Wiesentheid soll sein Elternhaus in Brand gesetzt haben - um seine Stiefmutter zu ermorden? Der Prozess in Würzburg begann mit "viel Herumgeeier".
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Schwerer Wohnhausbrand in Wiesentheid im Januar 2019: Jetzt steht ein 35-Jähriger deshalb vor Gericht. Die Anklage: Brandstiftung und Mordversuch in drei Fällen. Foto: Feuerwehr Wiesentheid

Es hätte Tote geben können. Staatsanwalt Tobias Knahn sagt sogar,  genau das sei geplant gewesen. Er hat einen 35-Jährigen aus  Wiesentheid (Lkr. Kitzingen) deshalb wegen Mordversuchs in drei Fällen und wegen schwerer Brandstiftung angeklagt . Der Mann gab am Dienstag vor dem Landgericht in Würzburg zu, das Feuer im gemeinsamen Wohnhaus aus Wut gelegt und den Tod von Angehörigen zumindest in Kauf genommen zu haben. Er bereute die Tat und entschuldigte sich bei Vater und Stiefmutter.

Nur angespanntes Verhältnis oder erbitterter Erbstreit?

Hintergrund soll laut Anklage und einer Zeugenaussage Angst gewesen sein, dass die 63-jährige Stiefmutter das Haus erbt. Die Stiefmutter und der Vater gaben vor Gericht an, sich kein Mordmotiv vorstellen zu können. Auch habe es zwar ein angespanntes Verhältnis gegeben, aber keinen Erbstreit. Der 35-Jährige bejahte jedoch am ersten Prozesstag, bei der Polizeivernehmung Tötungsabsichten geäußert zu haben. „Der Angeklagte hat sich selbst belastet in einer Weise, die ungewöhnlich ist“, sagte ein Richter während der Verhandlung. Auch ein Freund des Angeklagten sagte aus, dass der 35-Jährige seine Stiefmutter hasse und Andeutungen über ihren Tod gemacht habe. An einem Sonntag im Januar soll der 35-Jährige deshalb frühmorgens im Haus seines Vaters mit Sprit für seine Modellautos Feuer gelegt haben.