Der eigentliche Höhepunkt des Abends war eine Ehrung. Seit zehn Jahren organisieren Heidi Strobach und ihr Team den Fasching im Markgrafenstädtchen Mainbernheim. Harald Mönch, von allen "August" genannt, ist noch länger beim TSV dabei. Seine Verdienste wurden am Kappenabend am Samstag gebührend gefeiert. Er wurde zum Faschingsprinzen deklariert und bekam einen übergroßen Orden dazu.

Fanfaren kündeten seinen Einzug in den Saal an. Standesgemäß saß er in einem "goldenen Wagen", noch sichtlich gerührt von dieser freudigen Überraschung. Auf der Bühne wartete Prinzessin Melanie auf ihn. Damit hatte er nicht gerechnet. Keiner hatte es ihm verraten. "Ich mach halt des, was nötig ist", meinte er bescheiden. Und er macht viel für den Verein - auch am Kappenabend war er ständig unterwegs. Und sollte das Publikum sich mal müde zeigen, sorgte er zu später Stunde noch für den richtigen Applaus.

Den hatten sich die lokalen Akteure auch redlich verdient. Der Stadtrat von Mainbernheim war das Lieblingsthema an diesem Abend. Schon der Moderator Frank Siemers hatte die zahlreich erschienen Stadträte entsprechend begrüßt: "Unter Narren müsst ihr Euch richtig wohlfühlen, gell?" Natürlich standen die allbekannten Stadtthemen im Vordergrund.

Die "Powerfrau" (fränkisch ausgesprochen: Bauerfrau) alias Thomas Pfeiffer hatte sich Timo Lechner zur musikalischen Verstärkung auf die Bühne mitgebracht. Mit toller Bluesstimme und Gitarre brachte der auch das Publikum bald zum Singen: "Ich bin schön, ich bin schlau, ich bin eine Frau. Ich will in Berna auch mal was bestimmen - bei der Wahl mal was gewinnen."

Die fehlende Frauenquote im Stadtrat war ein Leitmotiv des Abends, das auch von den "Secco Sisters" aufgenommen wurde. Siggi Oechsner, Susanne Bergner und Angie Gaubitz hatten eine tolle Nummer vorbereitet, bei der sie fast keiner unter ihren langen, blonden Perücken und den engen rosafarbenen Overalls erkannt hätte. Leider hatte sich der Abend durch eine Verspätung der Rentnerband "Cadillac's" sehr lange hingezogen. Vielleicht war das der Grund, warum in der Regie keine passende Musik mehr zu den Liedern der "Secco Sisters" gefunden wurde. Die Mädels improvisierten wo sie konnten, sangen sogar "a cappella".

Richie, Wolfi, Freddy und Klausi hatten in den 60er Jahren die Gruppe "Cadillac's" gegründet. Da das Thema des Abends die 60er und 70er Jahre waren, holten Richard Gaubitz, Wolfgang Wiegner, Fred Müller und Klaus Petsch noch einmal ihre Instrumente heraus und bewiesen, dass sie immer noch Rock'n'Roll und Twist spielen können.

Bürgermeister Klein als Schulbub

Damit das Programm nicht total ins Stocken geriet, wurde kurzerhand ein bekannter Schuljunge vorgezogen. Mit kurzen Hosen und schräger Mütze, verstellter Stimme und lispelnder Zunge erkannte man den Bürgermeister von Rödelsee Burkhard Klein fast nicht. Er war einer der "Stars", die von außerhalb nach Mainbernheim gekommen waren.

Im ersten Teil des Abends war der "Rentner" Wolfgang Düringer aus Gochsheim ein Ohrenschmaus gewesen: "Ich bin jetzt im Dösverein... mach dös, mach dös. Aber ich bin auch ein Gemahl für meine Frau: geh mal dahin, geh mal dorthin..." Die Witze wurden auch deftiger, aber sein Auftritt blieb zweifellos der kurzweiligste.
Bei den verschiedenen Tanzeinlagen debütierte in ihrem Städtle die neu gegründete Showtanzgruppe des TSV. Wer bis weit nach Mitternacht ausgehalten hatte, wurde mit einem tollen Auftritt des Männerballetts belohnt. Für Choreographie und Training bekam Heidi Strobach verdienten Applaus.