Beim Holperpflaster hapert's noch

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Die barrierefreie Innenstadt wird Stück für Stück verwirklicht. Neuestes Vorhaben ist die Verbindung zwischen der evangelischen Stadtkirche und dem Landratsamt (Platz der Partnerstädte), die mit ...
Foto: Harald Meyer

Es ging um Millionen Euro bei den Etatberatungen des Kitzinger Stadtrats am Dienstag. Meist blieb es friedlich. Nur bei drei Themen schieden sich die Geister.

Geradezu friedlich waren sich am Dienstagabend die Etatberatungen im Kitzinger Stadtrat. Nur bei drei Punkten kam etwas Schärfe in die Sitzung: Auf kritische Stimmen stieß die für manche Räte schleppende Entwicklung bei der barrierefreien Stadt und der Sanierung der städtischen Blocks am Galgenwasen. Ein mehrheitliches Nein stoppte den Ödp-Antrag, der eine Sanierung der Brücke in der Jahnstraße zum Ziel hatte.

Ein gehfreundlicher Streifen

Den Ärger mit dem Stolperpflaster in der Innenstadt will die Verwaltung schon länger aus dem Weg schaffen. Den Auftrag dazu gab's im Oktober 2016. Da beschloss der Stadtrat, dass die Strecke zwischen der evangelischen Stadtkirche und dem Landratsamt einen gehfreundlichen Streifen für Behinderte und Senioren bekommt. Der ist derzeit in Arbeit.

Was noch fehlt, ist das Konzept für das holprige Pflaster am Königsplatz und Marktplatz. Da sieht CSU-Fraktionschef Andreas Moser nach rund vier Monaten wenig Bewegung – und im Haushalt für 2017 null Euro an Investitionskapital und fürs Konzept. Das Konzept sei in Arbeit, sagte Bauamtschef Oliver Graumann und im Etat steckten noch 130 000 Euro an Haushaltsresten, die noch dem Verbauen harren.

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Allerdings: „Ein komplizierter Bereich ist der Marktplatz selbst“, der offensichtlich ein Knackpunkt für eine schnelle Verwirklichung ist.

Der Marktplatz und seine Schrägen

Das Problem für OB Siegfried Müller sind die Schrägen am Markt: „Wir kriegen keinen Weg hin, der gerade ist.“ Für Ödp-Frau Andrea Schmidt darf das keine Ausrede dafür sein, den Marktplatz aus dem barrierefreien Konzept auszusparen: „Besser leicht abgeschrägt, als garnichts.“

Eine Vorentscheidung über das weitere Vorgehen werde in naher Zukunft mit dem Planungsbüro erarbeitet, erklärte Graumann. Angesichts der problematischen Situation am Markt könne keine Zeitschiene genannt werden. Der Finanzplan gebe jedoch eine „zeitliche Orientierung“ vor. Für 2018 und '19 stehen für die Gehwege in der Innenstadt insgesamt 370 000 Euro im Etat.

Fragezeichen über sechs Wohnblocks

Trotz vieler Diskussionen und einer Grundsatzentscheidung zur Zukunft der sechs städtischen Wohnblocks am Galgenwasen sieht Stadtrat Moser kein Vorwärtskommen des Großprojekts. Grund seiner Kritik: Lediglich Planungskosten von 70 000 Euro stehen für dieses Jahr im Etat und für die Folgejahre nichts.

Der Grund laut Graumann: Mit dem Geld würden die Kosten ermittelt, die die beschlossene Sanierung mit geschätzten 6,3 Millionen Euro weiteren Varianten gegenüberstelle. Im April werde man dem Stadtrat die Möglichkeiten am Galgenwasen vorstellen und Kosten präsentieren. Wenn das Gremium sich dann für eine der Varianten entschieden habe, könne das in den nächsten Finanzplan, so Kämmerin Erdel.

Der Hintergrund laut OB Müller: In Absprache mit der Regierung von Unterfranken müsse geklärt werden, ob die Sanierung vom Freistaat gefördert werden könne, oder ob dies nur bei einem deutlich teureren Neubau (9,7 Millionen Euro) möglich sei.

Note fünf für eine Brücke

Klar durchgefallen im Stadtrat (4:20) war zuvor der Ödp-Antrag, die Erneuerung der Brücke in der Jahnstraße zu streichen. Die Stadt könne die rund 370 000 Euro an wichtigeren Stellen einsetzen, wenn sie die Brücke aus dem Durchfahrtsverkehr – vor allem von Lastern – nehme. Dies ist laut Graumann nicht möglich. Die Brücke sei in einem sehr schlechten Zustand – Note fünf von sechs – und müsse schnellstens erneuert werden. Schließlich rollten hier tagtäglich viele Busse durch.