Seit Anfang Mai ist über der Stadt Kitzingen immer wieder anhaltendes Hubschrauberbrummen zu hören. Derzeit ist ein schweizerisches Lufttransportunternehmen mit einem Helikopter tageweise im Einsatz und bringt im Auftrag der Deutschen Bahn (DB) zwischen Iphofen und Dettelbach stählerne Oberleistungsmasten ein, die alte Masten aus Schleuderbeton ersetzen sollen.

Auf einer Baustrecke von rund 30 Kilometern investiert die DB in eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur im Bereich Oberleitung zwischen Nürnberg und Würzburg im Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro. Derzeit werden rund 500 Masten mit neuen Mastfundamenten gesetzt.

Um lärmintensives Rammen zu vermeiden werden für das Fundament Löcher gebohrt und mit Beton verfüllt. Sobald der Standort eines Masten vorbereitet ist, fliegt der Helikopter einen Masten nach dem anderen an die Baustelle, wo unverzüglich die Montage auf dem Betonfundament beginnt.

Stromschläge sind weitgehend ausgeschlossen

Die an der Strecke verbauten Masten mit einem Fahrdrahtträger wiegen etwa 800 Kilo, Masten für mehrere Ausleger etwa 1000 Kilo. Ab Sommer soll der Fahrdraht an den neuen Masten befestigt werden. Für diese zweite Bauphase nennt die DB einen Zeitraum zwischen Juni 2021 und August 2022. Zu guter Letzt werden nach Fertigstellung die ausgedienten Oberleitungsmasten zurückgebaut. Mit der modernen Oberleitung will die DB einen reibungslosen Bahnverkehr auf der Strecke sicherstellen und damit auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Anders als früher sind die Masten so ausgerüstet, dass Vögel bestmöglich damit leben können. So sind die neuen Masten etwas höher als die bisherigen und als sie systembedingt sein müssten. Damit sollen Vögel vor einem tödlichen Stromschlag geschützt werden. Auch an den Leitungsisolatoren ist ein Schutz für Vögel und andere Tiere angebracht, damit ein Stromschlag weitestgehend ausgeschlossen wird.

Es kommt zu Verspätungen

Während der Bauzeit kommt es immer wieder zu Sonderreglungen für den Zugverkehr. Fernzüge werden großenteils umgeleitet, womit sich der Fernverkehr über Ansbach deutlich erhöht. Im Nahverkehr kommt es neben Verspätungen auch immer wieder zu Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Gleise werden während der Arbeiten wechselseitig gesperrt. Da immer nur ein Zug durch die Baustelle fahren kann, kommt es zu Verspätungen.

Die neuen Masten wurden auf Lkw antransportiert und in Kitzingen am der Gasübergabestelle am Eselsberg zwischengelagert. Hier nimmt der Helikopter die Masten auf und fliegt sie zu ihren jeweiligen Standorten. Derzeit erfolgt der Oberleitungsbau zwischen Kitzingen und Dettelbach, wobei die restlichen Gleisanlagen in Kitzingen als Standort für Baugerät aller Art dienen.

Bahnreisende, die an der Bahnstation Buchbrunn-Mainstockheim in Züge steigen wollen, müssen sich rechtzeitig dort einfinden, denn erst unmittelbar am Bahnsteig ist erkennbar, auf welcher Seite der Zug halten wird. Die Zwischenlagerung von Stahlteilen für den Fundamentbau behindert zusätzlich den Zutritt.