Der Unfall mit einem voll besetzten Auto in den frühen Morgenstunden des 1. November 2019 hätte ganz anders ausgehen können. Ein 20-Jähriger hatte in Volkach die Kontrolle über sein Auto verloren. Fünf Verletzte und Totalschaden waren die Folge. Das Problem: Der Mann war betrunken. Jetzt wurde ihm die Rechnung präsentiert.

Wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung in vier Fällen hat das Jugendgericht den Fahrer zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (60 Tagessätze zu 60 ) verurteilt. Auf die Fahrerlaubnis, die er seit dem Unfall los ist, wird er noch fünf Monate warten müssen. Jugendrichter Wolfgang Hülle verurteilte den Heranwachsenden nach dem Erwachsenenstrafrecht. Reifedefizite, die die Anwendung des milderen  Jugendstrafrechts gerechtfertigt hätten, hatte die Jugendgerichtshilfe ebensowenig gesehen wie die Staatsanwältin und der Richter.

Filmriss nach der Feier 

Damit trifft den 20-Jährigen die volle Härte des Gesetzes. Es ist ein junger Mann, der seinen Weg bisher geradlinig gegangen ist. Er steht im Beruf, ist  im Dorfleben integriert und übernimmt bei der Feuerwehr Verantwortung. Warum dann diese Fahrt und dieser Unfall? Das konnte er selbst nicht erklären. Er räumte alles ein, auch wenn er sich immer wieder auf einen Filmriss bezog. "Was ihn an diesem Tag geritten hat, sich noch mal ins Auto zu setzen, werden wir nie erfahren", sagte der Verteidiger.

Klar war am Ende der Verhandlung: Er war auf einer Halloweenfeier in seinem Heimatdorf. Er hatte reichlich getrunken. Nach Mitternacht ging er nach Hause. "Ich wollte ins Bett", sagte er. Warum er dann aber sein Auto genommen hat und in eine Diskothek nach Volkach gefahren ist, konnte er nicht erklären. "Ich weiß es nicht", sagte er: "Das war einfach nur dumm." Er könne sich nur noch daran erinnern, dass er in der Disco war und im Krankenwagen aufgewacht ist.

Fahrt endet im Straßengraben

Was dazwischen war, steht im Polizeiprotokoll. Danach hat er weit nach 3 Uhr vier Bekannten angeboten, sie nach Hause zu fahren. Weit kam er nicht. Schon an der nächsten Kreuzung war es vorbei. Nach einem Fahrfehler landete er im Straßengraben. Die vier Mitfahrer wurden leicht verletzt. Er selbst auch. "Das Auto war nur noch Schrott", sagte er dem Gericht. Eine Blutprobe ergab wenig später 1,44 Promille und damit den Grund für den Unfall.

Nach dem Betrachten der Unfallbilder, waren sich alle Beteiligten in der Verhandlung einig: Das hätte ganz anders ausgehen könne. "Sie haben Riesenglück gehabt", sagte Hülle. Die Konsequenzen sind dennoch heftig. Das Auto ist weg, der Führerschein lange nicht in Sicht. Die Eltern sind wieder als Fahrer gefordert. Und dann werden ihn die Geldstrafe plus die Verfahrenskosten noch lange an Halloween 2019 erinnern.