Zwischen zwei und zwölf Jahren können sich junge Menschen bei der Bundeswehr verpflichten. Der "Soldat auf Zeit", genannt SAZ, ist beim Militär das Gegenstück zum Berufssoldaten. Ist diese Verpflichtungszeit vorbei, heißt es für die dann zum Teil top ausgebildeten Soldaten, sich von ihrem Arbeitgeber zu verabschieden.

Damit die jungen Leute dann nicht ratlos "auf der Straße stehen" hat die Bundeswehr ein umfangreiches Netz aufgebaut und bietet Hilfestellungen aller Art. Mit der zwischenzeitlich achten Jobmesse hat das Karrierecenter der Bundeswehr Nürnberg am Mittwoch in der Volkacher Mainfanken-Kaserne zusammen mit dem Berufsförderungsdienst 18 Firmen und Institutionen des öffentlichen Dienstes aus Unterfranken eingeladen. Hier konnten sich die Soldaten aus erster Hand über das breite Spektrum der Fortbildings- und Beschäftigungsangebote informieren.

Eine "Win-Win-Situation", wie es der Teamleiter des Karrierecenters, Marco Herbert, nennt. Die Firmen bemühten sich intensiv um leistungsstarke Mitarbeiter, um die zu erwartenden zukünftigen Aufträge überhaupt bewältigen zu können. "Da hat eben der Soldat das richtige Potenzial", ergänzt er.

Die vielen Ständen fanden kaum Platz

Die Messe soll helfen, dass beide Seiten zueinander kommen. Und dies hat geklappt. Von Standorten im ganzen nordbayerischen Raum kamen Soldaten. Bis Mittag wurden 250 Interessenten gezählt. Im großen Speisesaal der Kaserne fanden die einzelnen Stände der Jobanbieter kaum Platz. Neben den großen internationalen Firmen, wie Rhenus Logistics, Tec-Locs, Hans Geis und UPS, waren auch der TÜV Rheinland und die Deutsche Bahn AG präsent. Einige dieser Firmen boten in einem Nebenraum Videopräsentationen sowie ein spezielles Werbeprogramm an.

Aber auch der Öffentliche Dienst, etwa Polizei, Bundespolizei, Zoll und Justiz (Amtsgericht Kitzingen), stellte sich vor. Diese Stände waren echte Renner unter den Interessierten. Teilweise herrschte dort solch ein Gedränge, dass ein Durchkommen nicht möglich war. Für die Polizisten Tobias Rost und Karolin Klein vom Polizeipräsidium Unterfranken war das nicht überraschend: "Die Strukturen von Polizei und Bundeswehr sind sich manchmal recht ähnlich, was sich auch auf den Bereich Sicherheit bezieht", betonten beide. Ehemalige Bundeswehrsoldaten sind bei der Polizei gern gesehen. Daher sei das Bewerbungsalter für Soldaten, die zwölf Jahre "beim Bund" waren, auf 43 Jahre angehoben worden, ergänzten sie.

Manche haben genug von Uniform

Ähnliches berichtete Melissa Essel, die Rechtspflegerin beim Amtsgericht Kitzingen ist und an der Hochschule öffentlicher Dienst in Starnberg studiert hat. Dort sind eigens für ehemalige Zeitsoldaten Studienplätze reserviert und das Einstellungsalter liegt jetzt bei 44 Jahren. Eine vierköpfige Gruppe junger Soldaten aus dem Raum Oberviechtach hatte jedoch "mit dem uniformierten Dienst nichts mehr am Hut", wie sie sich ausdrückten. Daher würde Polizei und Zoll wohl nichts für sie sein. Die vier wollen unbedingt "in die freie Wirtschaft und das große Geld verdienen". Deshalb deckten sie sich mit vielfältigem Info-Material der Logistik-Firmen ein.

Großes Interesse herrschte auch am Stand der Deutschen Bahn. Matthias Hohlweg von der Personalgewinnung des Konzerns zeigt, dass die Bahn mehr als nur "Schaffner und Lokführer" ist. Er informierte über alle Bahngesellschaften, zum Beispiel DB-Regio, DB-Fern und DB-Cargo, und erklärte, dass es bei ihnen über 500 Berufsbilder gibt. Und auch hier habe man sich auf ehemalige Soldaten eingestellt, nämlich mit dem Programm "Quereinsteiger". Hier wird der Bewerber innerhalb eines knappen Jahres auf den geforderten technischen Stand seines Berufsbildes gebracht.

Am Ende des Tages lautete das einhellige Resümee aller Beteiligten: "eine super Veranstaltung!" Mitorganisator Marco Herbert war insbesondere überrascht von der großen Resonanz und einige Firmenvertreter sprachen sogar von Spontanbewerbungen einzelner Soldaten.