Altbürgermeister Friedrich Ruß wird 85

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Rosen schneiden ist eine Lieblingsbeschäftigung von Altbürgermeisters Friedrich Ruß, der 85. Geburtstag feierte. Foto: Pfannes
Rosen schneiden ist eine Lieblingsbeschäftigung von Altbürgermeisters Friedrich Ruß, der   85. Geburtstag feierte.  Foto: Pfannes

In die Amtszeit von Altbürgermeister Friedrich Ruß fielen viele für die Stadt Volkach wichtige Entscheidungen. An seinem 85. Geburtstag blickt er auf ein reges kommunalpolitisches Engagement zurück.

Die Arbeit in seinem großen Garten macht Friedrich Ruß auch im hohen Alter noch viel Spaß. Bei körperlicher Betätigung an der frischen Luft fühlt sich Volkachs Altbürgermeister und Ehrenbürger besonders wohl. Immer aktiv sein ist wahrscheinlich mit ein Grund, warum Ruß körperlich und geistig fit geblieben ist. Am gestrigen Freitag feierte der rüstige Pensionär bei guter Gesundheit seinen 85. Geburtstag.

Der Jubilar hat sich in der Weinstadt viele Verdienste erworben. 1986 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und vier Jahre später zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Insbesondere auf kommunalpolitischer Ebene hat er sich 34 Jahre für das Gemeinwohl der Bürger an der Mainschleife eingesetzt, darunter zwei Jahrzehnte als 1. Bürgermeister Volkachs. Das politische Geschehen in den Medien interessiert ihn auch heute noch brennend. "Ich lese täglich meine Zeitung und besuche oft die Stadtbibliothek in Würzburg", sagt der Senior.


Traumberuf war Bankkaufmann



Eigentlich wollte Friedrich Ruß in jungen Jahren den Beruf des Bankkaufmanns erlernen. Doch am 1. April 1942 erhielt der Lohrer Bürger eine Anstellung bei der damaligen Reichspost. Im März 1951 übernahm er in Volkach das Amt des stellvertretenden Amtsvorstehers im Postamt. So wurde die Weinmetropole an der Mainschleife zu seiner neuen Heimat. Von 1953 bis 1957 trug er die Verantwortung im Volkacher Postamt als Amtsvorsteher, ehe er in das Postamt Schweinfurt wechselte. Dort nahm er zudem die Aufgabe als Personalratsvorsitzender wahr. 1964 heiratete er seine Ehefrau Gabi, mit der er seinen Lebensabend verbringt.

1956 wurde Ruß (FWG) in den Stadtrat gewählt. Seine Laufbahn als Beamter im Postdienst endete 1972 mit der Wahl zum Stadtoberhaupt in Volkach, zunächst als ehrenamtlicher und zwei Jahre später als hauptberuflicher Ortschef. Bei den Neuwahlen 1978 und 1984 erhielt er erneut das Vertrauen der Bürger. 1990 kandidierte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr und gab das Bürgermeisteramt an seinen Nachfolger Karl An-dreas Schlier (FWG) ab.


Zehn Orte zusammengeführt


Auch über seine Tätigkeit als Bürgermeister hinaus engagierte sich Ruß in der Kommunalpolitik. So war er von 1970 bis 1990 Vorsitzender des Schulverbands Volkach und nach deren Gründung im Jahr 1978 zwölf Jahre Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Volkach. Ferner war er an führender Position im Bayerischen Gemeinde- und Städtetag, im Planungsverband für die Region Würzburg und im Gebietsausschuss Fränkisches Weinland tätig. In überörtlichen Gremien wurde sein Wissen und seine Erfahrung stets geschätzt. Als Kreisrat war er seit 1970 im damaligen Landkreis Gerolzhofen und seit 1972 im Landkreis Kitzingen aktiv.

Besonders verdient gemacht hat er sich um die Realisierung der Gebietsreform in Volkach. Blickt man heute zurück, ist es gut gelungen, die zehn Ortsteile und die Stadt mit teilweise sehr unterschiedlichen Strukturen zusammenzuführen. Ähnliche Verdienste hat er um die Gründung und den Fortbestand der Verwaltungsgemeinschaft erworben, die heute mit den Gemeinden Sommerach und Nordheim ausgezeichnet funktioniert. Die Förderung des Fremdenverkehrs an der Mainschleife lag dem Jubilar zu Dienstzeiten stets am Herzen. Heute hat er sich zu einem bedeutsamen Wirtschaftszweig an der Volkacher Mainschleife und in der gesamten Weinregion entwickelt. In seine Amtszeit fiel 1986 auch der Startschuss für die Bundeswehr-Kaserne in Volkach.

Mehrere bedeutende Projekte sind unter Ruß in Volkach durchgeführt worden. Darunter fallen die Kläranlage, die Verbandsschule, die Mainschleifenhalle, die Turn- und Schwimmhalle, der Umbau des Rathauses und der Kindergärten, die Erweiterung des Bürgerspitals, die Renovierung des Schelfenhauses, die Neugestaltung des Marktplatzes in Volkach, die Erschließung mehrerer Neubaugebiete und der Bau von Umgehungsstraßen. Der Erhalt des Krankenhauses war ihm ein besonderes Anliegen. Besonders stolz ist er auf den heute florierenden Kinderhort im Kloster St. Maria, den er damals zusammen mit den Dillinger Franziskanerinnen ins Leben rief.