Wegen der aktuellen Lage wurde im Saal des alten Schulhauses in Gnötzheim am Montagabend die Sitzung des Martinsheimer Gemeinderates durchgeführt. Dies war die letzte in dieser Zusammensetzung.

Nach 30 Jahren im Gemeinderat verlässt Winfried Koschnicke das Gremium. Seit 1990 war der Gnötzheimer im Rat, von 1996 bis 2002 als Zweiter Bürgermeister und auch von 2014 bis jetzt als weiterer Stellvertreter des Bürgermeisters tätig. Er hatte ebenso nicht mehr kandidiert wie Frank Pfeuffer (Gnötzheim) nach zwei und Johannes Scharvogel (Martinsheim) nach einer Amtsperiode. Jeweils knapp nicht wiedergewählt wurden Dr. Christine Ott (Martinsheim) und Roland Markert (Unterickelsheim). Bürgermeister Rainer Ott würdigte den Einsatz für die Gemeinde und bedankte sich bei der Verabschiedung für die Zusammenarbeit.

Bei der alle fünf Jahre erforderlichen Privatisierungsprüfung wurde festgestellt, dass der Bauhof weiterhin notwendig und unersetzlich ist, da dieser Arbeiten durchführt, die nicht beziehungsweise nicht kurzfristig von Dritten erledigt werden können. Diverse Arbeiten wie Wartung und Unterhalt der Straßenbeleuchtung oder die Prüfung von Kanalleitungen werden ohnehin bereits extern vergeben.

Gescheitert ist der Versuch, mit einem Normenkontrollverfahren den Bebauungsplan für das Sondergebiet Windkraft-Zwieburg Ippesheim für unwirksam erklären zu lassen. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen entsprechenden Antrag der Gemeinde abgelehnt, erläuterte Rainer Ott. Unter anderem habe die Gemeinde keine Befugnis, eventuelle private Interessen von Bürgern zu vertreten, welche durch die Unterschreitung der 10H-Regelung betroffen sind. Allerdings läuft noch eine Prüfung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für den Bau einer Windkraftanlage in diesem Sondergebiet, über die noch nicht entschieden wurde.

Weitere Zisterne bauen

In Enheim soll am Waschplatz eine weitere Betonzisterne, bestehend aus zwei Behältern mit je 12,7 Kubikmetern, gebaut werden. Eine Zisterne mit sechs Kubikmeter ist bereits vorhanden, jedoch schnell voll, so dass das Quellwasser ungenutzt weiterläuft. Das zusätzliche Wasser soll zum Gießen, aber auch für die Feuerwehr als Löschwasser verwendet werden. Dank eines Zuschusses von 3000 Euro der Jagdgenossenschaft Enheim bleiben für die Gemeinde geschätzte Kosten von rund 5000 Euro.

Aus Fördermitteln für die interkommunale Zusammenarbeit Südost 7/22 erhält die Gemeinde einen Zuschuss von 10 000 Euro für die Sanierung des Daches und der Außenanlagen im Schwimmbad Gnötzheim. Auch die anderen Gemeinden in der Allianz erhielten Zuschüsse für Projekte. Ursprünglich sollten für mehrere Jahre Projekte gefördert werden. Ob dies durch die geänderte Situation der Fall sein wird, bleibt abzuwarten, informierte der Bürgermeister.