Nach schweren Schicksalsschlägen erfüllte sich für eine Frau mithilfe des ASB-Wünschewagens ein besonderer Wunsch: ein Halt am Autohof Strohofer, der bekannten A3-Raststätte bei Geiselwind.
Das Projekt "Wünschewagen" des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) hat Inge Mitte Mai eine Reise nach Bayern ermöglicht. Ziel war unter anderem der Autohof Strohofer an der A3 bei Geiselwind im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Seit Jahrzehnten dient das unweit der Autobahn gelegene Areal nicht nur Reisenden und Berufskraftfahrern als Rastplatz, sondern beherbergt auch eine der größten Veranstaltungsstätten Deutschlands.
Schwiegersohn Jürgen begleitete die Frau auf ihrer emotionalen Reise. Für dieses Projekt gab es einen traurigen Anlass: "Wir wollten Inge den Wunsch erfüllen, sich von ihrem plötzlich verstorbenen Sohn zu verabschieden", heißt es von Sabine und Ralf, zwei der ehrenamtlichen Helfer.
A3 bei Geiselwind: Autohof Strohofer als besonderer Halt - lebendige Erinnerungen an Raststätte
Wie die ASB-Verantwortlichen berichten, holten Sabine und Ralf Inge sowie ihren Schwiegersohn Jürgen zur gemeinsamen Fahrt nach Bayern ab. Zehn Stunden sollte dann der Weg bis zum Ziel dauern. Da braucht es natürlich zwischendurch eine Pause. Sabine hatte sich bereits im Vorfeld Gedanken gemacht. Die Wahl sei schnell auf die Raststätte Geiselwind gefallen – "was sich kurze Zeit später als genau die richtige Entscheidung rausstellen sollte", wie die Wunscherfüllerin erzählt.
Der Autohof Strohofer liegt an der A3 bei Geiselwind umfasst rund 40 Hektar. Seit seiner Eröffnung 1981 bietet er unter anderem Tankstellen, Gastronomie, Hotel, Werkstatt, große Lkw-Parkplätze, Veranstaltungsflächen und eine Autobahnkirche. Er gilt als Deutschlands größter und Europas größter Autohof.
Beim Klang des Raststättennamens habe Inge emotional reagiert. "Sie erzählte uns, dass sie früher, als ihr Mann noch lebte und sie nach Bayern zur Verwandtschaft oder in den Urlaub gefahren sind, immer in Geiselwind Pause gemacht haben", so Sabine. Dort angekommen habe sich Inge tatsächlich an alles vor Ort erinnern können.
"Danke": Wunscherfüller nehmen Abschied
Gemeinsam mit den beiden Enkelkindern Melanie und David, die auf dem Rastplatz dazugestoßen waren, ging es am nächsten Tag zu der Beerdigung. "Für Inge war es innerhalb der letzten Monate der zweite harte Schicksalsschlag, da erst im Januar dieses Jahres ihre Tochter verstorben war. Am Friedhof spielten sich dann berührende Szenen ab. Einige Anwesende nutzen schon im ASB-Wünschewagen die Gelegenheit, Inge zu begrüßen. Es war für viele ein Wiedersehen nach fast 13 Jahren", erinnert sich Sabine.
Anschließend habe es noch Gelegenheit für Austausch unter den Trauergästen beim Beerdigungskaffee gegeben. Inge "blühte förmlich bei den Gesprächen mit den Verwandten und alten Freunden auf", freuen sich die Helfer vom Wünschewagen. "Es wurde gemeinsam geredet, gelacht, aber auch geweint." Zum Ende der Reise äußern die Wüscheerfüller Sabine und Ralf: "Liebe Inge, danke dass wir Dich auf dieser Fahrt, auch wenn der Anlass sehr traurig war, begleiten durften. Wir haben eine großartige Frau kennen und schätzen gelernt und die drei Tage mit Dir genossen."