„Der Abschluss einer Elementarversicherung ist in jedem Fall sinnvoll.“
Siegfried Müller Oberbürgermeister

Die Wetterkapriolen in der vergangenen Zeit mit plötzlichem Starkregen an unerwarteten Stellen kommt Kitzingen teuer: Die Stadt investiert 60 000 Euro in eine Entwässerungsmulde oberhalb des Baugebiets Hammerstiel. Sie hofft damit, künftig Wassermassen aufhalten und eine Überflutung der Grundstücke verhindern zu können.

Einstimmiger Beschluss

Der Grund für diese vom Finanzausschuss am Donnerstag einstimmig verabschiedete Notmaßnahme war der Starkregen vom 29. Mai. An diesem Sonntag waren im Bereich des Baugebiets über 40 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Der Starkregen traf auf eine große Ackerfläche über dem Baugebiet, die ohnehin durchnässt war.

Dammbruch

Im Lauf der Nacht kam der „Dammbruch“. Schlamm und Wasser flossen aus dem Maisfeld in das am Hang liegende Baugebiet. Keller wurden überflutet. Bis 2.30 Uhr pumpten Feuerwehrleute das braune Gemisch aus den Kellerräumen in der Olga-Pöhlmann-Straße und Max-Fromm-Straße. Der Bauhof rückte mit Sandsäcken an und war am nächsten Tag mit verschlammten Gehsteigen und Straßen beschäftigt. Als Sofortmaßnahme hatte der Bauhof oberhalb des geschotterten Weges eine provisorische Mulde errichtet.

Mulde wird ausgebaut

Die wird jetzt auf 100 Metern ausgebaut. Vier Abläufe und Kanäle sollen das Oberflächenwasser in bestehende Kanäle weiterleiten. Die seien wegen einer möglichen Erweiterung des Baugebiets ausreichend dimensioniert. Wie Hilmar Hein sagte, gehe man davon aus, dass damit bis zu 50 Millimeter pro Quadratmeter abgefangen werden können. „Eine hundertprozentige Garantie gibt es nicht“, so der Tiefbauchef, vor allem wenn es noch mehr werde.

Weiterer Brennpunkt

Deutlich wurde auch, dass es in Kitzingen in dieser Nacht noch einen zweiten Brennpunkt gab. Der Esbach, der eigentlich Eherieder Mühlbach heißt, trat über die Ufer und verursachte in der Talstraße Probleme. Dass das normalerweise kleine Bächlein schon mal zur reißenden Fluss werden kann, ist nicht ganz neu und war immer wieder mal ein Thema. Eine Lösung gibt es bisher nicht. Wie Hein sagte, habe es einen Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftsamt gegeben. „Wir warten auf Lösungsvorschläge der Fachbehörde“, sagte Hein.

Eigentümer gefordert

Deutlich wurde auch, dass die Anlieger selbst was tun können und müssen. Ablagern von Gras oder Hecken- und Baumschnitt müsse am Ufer des Bachs tabu sein. Darauf werde man die Anlieger, wie schon in Repperndorf geschehen, ausdrücklich noch einmal hinweisen.

Wie Oberbürgermeister Siegfried Müller sagte, seien Ende Mai entstandenen die Schäden sowohl dem Landratsamt als auch der Versicherung der Stadt gemeldet worden. Das Ergebnis ist offen. Wie Müller am Ende sagte, seien in solchen Fällen auch immer die Eigentümer gefragt. „Der Abschluss einer Elementarversicherung ist in jedem Fall sinnvoll.“