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Schwarzenbach an der Saale
Hamsterkäufe

Corona: Keine Lieferengpässe bei Lebensmitteln und Vlies für Atemschutzmasken

Die Verbraucher haben sich in den vergangenen Tagen aus Angst vor dem Coronavirus verstärkt mit haltbaren Lebensmitteln eingedeckt. Doch der Nachschub sei gesichert, sagen die Lebensmittelhandelskonzerne. Anders liegt der Fall bei Atemschutzmasken.
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Mancherorts waren die Supermarkt-Vorräte leergekauft. Foto: Rene Traut, dpa
Mancherorts waren die Supermarkt-Vorräte leergekauft. Foto: Rene Traut, dpa

Es ist kein Phänomen der Region: Bundesweit gab es am vergangenen Freitag und Samstag eine verstärkte Nachfrage nach länger haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln oder in Form von Konserven. Es waren sogenannte Hamsterkäufe aus Furcht vor Lieferengpässen aufgrund des Coronavirus. Wer sich bisher nicht eingedeckt hat, dem muss aber nicht bange sein. "Das hat keinen Einfluss auf die langfristige Warenversorgung", sagte Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH). Bei Lebensmitteln seien die Bestände "grundsätzlich am nächsten Warenverkaufstag wieder aufgefüllt". Ihm sei nicht bekannt, dass es irgendwo länger dauern würde. Wenn es mancherorts Nachschubprobleme gebe, dann nicht wegen der Ausbreitung des Corona-Virus.

Das bestätigt unter anderem die Unternehmensgruppe Aldi Süd. "Die Versorgungslage in unserem Verkaufsgebiet ist nicht beeinträchtigt", berichtete Pressesprecherin Anamaria Inden. "Alle Bestände werden im Rahmen der üblichen Anlieferungen wieder aufgefüllt." Die Warenversorgung sei gesichert. "Wir sind gut auf die Situation eingestellt", versichert auch Rewe-Pressesprecherin Kristina Schütz. Engpässe gebe es nicht.

Bei Lidl verweist man darauf, dass aktuell Toilettenpapier und Desinfektionsmittel stark nachgefragt würden. Inwieweit solche Drogerieartikel schnell nachgefüllt werden, ist allerdings fraglich. Die Unternehmen wollen sich nicht in die (Einkaufs- und Vertriebs-)Karten schauen lassen. "Wir arbeiten daran, die Verfügbarkeit sicherzustellen", heißt es bei dm. Bei Rossmann bittet die Unternehmenskommunikation um "Verständnis, dass wir Ihnen keine weiteren Details nennen können".

Vergriffen waren zuletzt überall auch Atemschutzmasken. Die Firma Sandler in Schwarzenbach an der Saale (Landkreis Hof) entwickelt und produziert Vliesstoffe, unter anderem für solche Masken unterschiedlicher Art - vom OP-Schutz bis zur Schutzvorrichtung, die die Luft filtern kann. "Von unserer Seite sind wir ausreichend versorgt", sagte Sandler-Marketingleiter Maximilian Meister. Will heißen, dass es weder Engpässe beim Kunststoffgranulat gibt, aus dem die Vliese entstehen, noch bei der Vliesfertigung selbst. "Bis zu fünf Millionen Masken könnten aus unserer Vlies-Tagesproduktion entstehen", sagte Meister. Das Problem, auch wenn Vlies vorhanden ist: In Europa gibt es nicht mehr so viele Hersteller solcher Masken. Die werden zumeist in Asien produziert.