Winterlinden können bis zu 30 Meter Höhe erreichen, und extrem alt werden.Wenn sie nicht vorher der Säge zum Opfer fallen. Zwei exponierte Exemplare, 17 Meter hoch und etwa 130 Jahre alt, die am Hermannsberger Kreuz bei Breitbrunn stehen, beschäftigten den Gemeinderat in Breitbrunn bei dessen Sitzung am Montagabend, da sie ein Sicherheitsrisiko darstellen.

"Schon voriges Jahr sind Äste herunter gefallen", sagte Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) im Gemeinderat. Daraufhin habe sie mit dem Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege Guntram Ulsamer die Bäume besichtigt. Es wurde festgestellt, dass dringend Handlungsbedarf bestehe, um nicht Menschen zu Schaden kommen zu lassen.

Bäume sind morsch und hohl

Ein umfangreiches Gutachten des Diplom-Biologen Rainer Gerber bestätigte die Befürchtungen: die Bäume sind innen morsch, zum Teil sogar hohl. Also müsse mindestens die Krone stark eingekürzt werden, um Unfällen vorzubeugen.

Der Sachverständige, dessen Gutachten die Gemeinde 650 Euro kostete, gibt den Bäumen maximal 12 bis 18 Jahre Lebensdauer, vorausgesetzt, sie würden auf 2,5 Meter Höhe zurück geschnitten und seitwärts jeweils mindestens 1,5 Meter eingekürzt werden. Die Baumfragmente könnten dann für den begrenzten Zeitraum weiter leben, sofern nicht Pilzbefall auftreten würde und sie dann doch ganz gefällt werden müssten.

Nach einigem Für und Wider entschieden die Ratsmitglieder, die Bäume fällen zu lassen, auch wenn es einen Aufschrei in der Bevölkerung geben werde. Sonst werde es immer wieder Probleme geben und man werde immer wieder Untersuchungen in Auftrag geben müssen, was jedes Mal Geld kostet.

Thomas Schlee (Freie Wähler) meinte, "die Untersuchung war richtig". Man wisse jetzt, was innen im Baum los sei. "Es wird einen Aufschrei geben wenn wir die Bäume fällen lassen" weissagte er, "dann haben wir eine Rechtfertigung".

Einstimmig entschied das Gremium, die Linden sollen gefällt werden. "Eigentlich fällt man in dieser Jahreszeit keinen Baum", das wissen auch die Räte in Breitbrunn, denn jetzt stehen Äste im Saft und sind besonders schwer und zudem wohnt in einer der Linden ein Specht. Manche im Gremium meinten, man solle noch warten, andererseits fürchtet man die Gefahr bei Stürmen. Am Ende setzte sich Thomas Bendner (Freie Wähler) durch mit seiner Mahnung: "Ist denn der Specht mehr wert als ein Menschenleben?", fragte er in die Runde.

Neues Museum für Breitbrunn?

Schon bald könnte es im Landkreis ein neues Museum geben. Als Stätte, die die Jahrhunderte lange Tradition der Steinhauer und die schwere Arbeit der Menschen in den Steinbrüchen wertschätzt, soll ein Steinbruchmuseum in Breitbrunn entstehen.

Bürgermeisterin Bühl stellte dieses Projekt vor, für das sie bereits den Geschäftsführer des Bamberger Natursteinwerkes Martin Graser mit ins Boot geholt hat. Nun möchte sie wissen, wie die Bewohner der Gemeinde dazu stehen und will am 25. Juni das Vorhaben der Bevölkerung um 19 Uhr im Gemeindezentrum vorstellen.Neben der Bürgermeisterin werden Martin Graser aus Bamberg, der Heimatpfleger Christian Blenk, die ILE-Managerin Ulla Schmidt, der Heimatforscher Heinrich Weisel, Guntram Ulsamer vom Landratsamt sowie Vertreter der Universität Erlangen mit Kurzvorträgen Erläuterungen geben.

"Erlebniswelt fränkischer Sandstein"

Für die "Erlebniswelt fränkischer Sandstein" - so könnte das Museum benannt werden - stehe das Gelände des ehemaligen Kellerbruchs vor dem Ortseingang zur Verfügung. Dieser still gelegte Bereich könnte, laut Bühl, für Ausstellungen genutzt werden. Mit anderen Teilen, die gegenwärtig noch in Betrieb sind, würde das Museum einen aktiven Bereich, einen "Schausteinbruch" erhalten.

Inmitten mehrerer aktiver Brüche würde sich alles sinnvoll einfügen und Wissenswertes über Abbau, Verarbeitung, Geologie sowie Geschichtliches und Aktuelles zur Gewinnung von Naturstein zeigen, hieß es . Das Ganze könnte als Kulisse für Dorffeste dienen, Anziehungspunkt für Schüler- und andere Gruppen werden, Informationen über nachhaltiges Bauen liefern und aufzeigen, wo überall im In- und Ausland fränkischer Sandstein Verwendung an Bauten findet. Soweit die Idee.

"Der Gemeinderat muss nun herausfinden, ob die Bevölkerung hinter dem Vorhaben steht und bereit ist, es zu unterstützen", sagte die Bürgermeisterin.